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40. Geburtstag der Grünen : Die gezähmte Partei

  • -Aktualisiert am

Gemäßigte Ansichten: die beiden Parteivorsitzenden Robert Habeck (links) und Annalena Baerbock Bild: Matthias Lüdecke

Fünf Mark für den Liter Benzin, Sondersteuer für Singles, aus Ford ein Fahrradwerk machen: Die Grünen sind mit radikalen Forderungen groß geworden. Jetzt feiern sie 40. Geburtstag und wollen vor allem sozial sein.

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          So manches alte Parteiprogramm ist aktueller als gedacht. „Wir müssen Abschied nehmen vom Wachstum des Bruttosozialprodukts als oberstem Leitbild aller Wirtschaftspolitik“, schrieben sich die Grünen schon im Jahr 1986 auf die Fahnen. Während dieser Satz bis heute die grüne Wirtschaftspolitik prägt und auch außerhalb der Partei auf immer mehr Zustimmung stößt, blieb manch anderer Wunsch der damals noch jungen Wilden bislang unerfüllt. Dazu zählt etwa die geforderte Halbierung der Bahnpreise, aber auch die 50-Prozent-Quote für Frauen in der Arbeitswelt, auf allen Hierarchiestufen, wohlgemerkt.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          An diesem Freitag feiern die Grünen ihr vierzigjähriges Bestehen, einen Tick zu früh, denn der Gründungsparteitag fand am 13. Januar 1980 in Karlsruhe statt. 40 Jahre Revoluzzertum sind daraus zwar nicht geworden. Die Partei und die Gesellschaft haben sich im Laufe der Jahre aufeinander zubewegt, die Grünen kommen in den aktuellen Umfragen auf Werte zwischen 20 und 23 Prozent. Aber der Anfang war durchaus so radikal, wie es sich für einen Neuling in der Parteienlandschaft gehört und wie ein Blick in die alten Wahlprogramme zeigt.

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