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Nach Treffen in Ankara : Qatar will 15 Milliarden Dollar in Türkei investieren

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der qatarische Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani bei ihrem Treffen in Ankara. Bild: AP

Mitten in einer der schwersten Krisen des Landes erhält die Türkei Unterstützung in Milliardenhöhe aus Qatar. Wie genau, ist noch unklar. Dennoch könnte sich Erdogans Treue zum Golfemirat somit bezahlt machen.

          Mitten in der Währungskrise erhält die Türkei Unterstützung in Höhe von 15 Milliarden Dollar aus Qatar. Darauf einigten sich laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg der türkischen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und der qatarische Emir Scheich Tamim Bin Hamad Al Thani nach einem dreieinhalbstündigen Treffen in Ankara. Wie genau die Investitionen aussehen sollen, war zunächst unklar. Der Lira, der sich vom Kurssturz in der letzten Wochen zuletzt leicht erholt hatte, legte nach Bekanntwerden der Vereinbarung zwischenzeitlich um sechs Prozent zu.

          Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtet zudem, dass Al Thani betont habe, die Beziehungen zwischen der Türkei und Katar ausbauen zu wollen. Der Sprecher Erdogans, Ibrahim Kalin, sagte nach dem Treffen, die Beziehungen der beiden Staaten basierten auf wahrere Freundschaft und Solidarität.

          Türkei hielt dem Emirat die Treue

          Während Saudi Arabien und einige andere arabischen Staaten im Juni vergangenen Jahres ihre diplomatischen Beziehungen zu Qatar wegen dessen enger Verbindungen zu Iran abgebrochen hatten, hielt die Türkei dem Emirat weiterhin die Treue.

          Der Kurs der seit Monaten schwächelnden türkischen Lira war am Freitag und am Montag eingestürzt, nachdem die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen Ankara verhangen hatten. Weil die Türkei den amerikanischen Pastor Andrew Brunson seit 2016 wegen Terrorvorwürfen festhält, hatte Amerikas Präsident Donald Trump am vergangenen Freitag die Strafzölle auf Aluminium und Stahl verdoppelt.

          Als Reaktion hierauf erhöhte die Türkei am Mittwoch ebenfalls die Einfuhrzölle auf einige amerikanische Produkte. Tags zuvor hatte Erdogan zudem angekündigt einen Boykott auf elektronische Produkte aus Amerika verhängen zu wollen. In der am Mittwoch veröffentlichten Liste taucht ein solcher allerdings nicht auf.

          Die amerikanische Regierung verurteilte die Verschärfung der türkischen Zölle. Es sei bedauerlich und ein Schritt in die falsche Richtung, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, am Mittwoch. Die Vereinigten Staaten hätten die Abgaben auf Stahl und Aluminium aus Gründen der nationalen Sicherheit erhöht. "Ihre Zollerhöhungen sind Vergeltungsmaßnahmen", betonte Sanders mit Blick auf die Maßnahmen der Türkei.

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