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0,35 Cent je Kilowattstunde : Ökostromumlage steigt wieder

Für einen 4-Personen-Durchschnittshaushalt mit 3500 Kilowattstunden Jahresverbrauch errechnen sich Mehrkosten von knapp 13 Euro im Jahr. Bild: dpa

Die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) lässt im kommenden Jahr den Strompreis steigen – doch sie ist nicht der einziger Treiber.

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          Die von den deutschen Stromverbrauchern zu zahlende Umlage zur Finanzierung der Ökostromerzeugung steigt im kommenden Jahr deutlich. Nach F.A.Z.-Informationen wird sie ab Januar um 0,35 Cent je Kilowattstunde auf dann 6,756 Cent angehoben. Für einen 4-Personen-Durchschnittshaushalt mit 3500 Kilowattstunden Jahresverbrauch errechnen sich daraus Mehrkosten von knapp 13 Euro im Jahr.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Allerdings ist die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nicht der einzige Treiber der Strompreise. Die Betreiber der Übertragungsnetze hatten schon Erhöhungen ihrer Netzentgelte von bis zu 15 Prozent angekündigt. Weitere Umlagen wie die zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung oder die Entgelte für die regionalen Stromversorgungsnetze werden erst noch festgelegt und dürften ebenfalls steigen. Der Staatsanteil am Strompreis wird samt Stromsteuer, Konzessionsabgabe und Mehrwertsteuer mit mehr als 50 Prozent weiter hoch bleiben – auch weil trotz vieler Debatten darüber aktuell und kurzfristig keine Entlastung des Strompreises geplant wird.

          Mit 6,756 Cent je Kilowattstunde liegt die EEG-Umlage damit im nächsten Jahr auf dem historisch hohen Niveau, das die im Jahre 2000 eingeführte Umlage schon in den Jahren 2017 und 2018 erreicht hatte. Aktuell liegt sie bei 6,405 Cent. Der deutliche Rückgang der Umlagehöhe hatte dazu geführt, dass die in den Vorjahren angehäuften Überschüsse auf dem EEG-Verrechnungskonto stark abgeschmolzen sind: Bis Ende August waren sie um 1,6 Milliarden auf 2,9 Milliarden Euro geschmolzen.

          In die Berechnung der Umlage fließen viele Faktoren ein. Unter anderem der erwartete Zubau neuer Anlagen und die erwartete Auslastung der Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Hier erwarten die Netzbetreiber einen Zubau an Ökostromerzeugung von knapp 5600 Megawatt, das läge unter dem Niveau des Jahres 2018. Wie in diesem Jahr werden demnach auch 2020 wenige neue Windanlagen gebaut. Die Ökostromerzeugung soll um etwa 4 Prozent auf 226 Terawattstunden steigen, das wären rund 43 Prozent des deutschen Stromverbrauchs aus dem Jahre 2018.

          Mit 33,6 Milliarden Euro wird der Zahlungsanspruch der Betreiber von Grünstrom-Anlagen auf einem neuem Rekordniveau und 7 Milliarden Euro über dem Niveau von 2018 liegen. Da die Elektrizität an der Börse für 9 Milliarden Euro verkauft werden soll, bleibt eine Finanzierungslücke von knapp 25 Milliarden Euro, die die Stromkunden schließen müssen. Ihre Rechnung fällt am Ende noch einmal rund 5 Milliarden Euro höher aus, weil die Mehrwertsteuer draufgerechnet wird. Kostentreiber ist auch die in diesem Jahr so stark abgeschmolzene Rücklage. Sie soll 2 Prozent höher ausfallen, um möglichen Risiken, auf die der sinkende Kontostand Ende September hinweise, vorzubeugen. Aktuell zahlen die Netzbetreiber Strafzinsen auf ihre hohen Rücklagen – doch sind diese immer noch geringer als Sollzinsen für Kredite.

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