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Studie zu Getränken : Alkohol bringt mehr Übergewicht als Cola

  • -Aktualisiert am

Kalorien in Hülle und Fülle. Bild: dpa

Die Weltgesundheitsorganisation fordert eine Sondersteuer auf zuckerhaltige Getränke. Dabei könnte Alkohol stärker zu Übergewicht beitragen als Cola, Limonade und Co.

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          Zuckerhaltige Getränke stehen im Kampf gegen Übergewicht bei Politikern seit langem auf der Abschussliste. Pepsi gab am Montag dem öffentlichen Druck nach und gelobte zukünftig auf Zucker zu verzichten. Immer mehr Länder erheben Zuckersteuern und in New York wollte der letzte Bürgermeister sogar die maximale Größe der Becher für Süßgetränke begrenzen. Ein ähnliches Schicksal könnte bald auch alkoholischen Getränken drohen. Laut einer neuen Euromonitor-Studie ist nämlich die tägliche Kalorienzufuhr durch Alkoholika in beinahe allen getesteten Länder höher als durch Limo, Cola und Co.

          Deutschland gehört demnach zu den ungesündesten der 24 untersuchten Länder. Sowohl die tägliche Kalorienzufuhr durch Soft-Drinks, als auch durch alkoholische Getränke ist hierzulande überdurchschnittlich hoch. Im letzten Jahr haben die Deutschen pro Tag im Schnitt 165 Kalorien durch alkoholische Getränke und 118 durch zuckerhaltige zu sich genommen. Der Unterschied zwischen beiden Getränkekategorien ist in Deutschland damit vergleichsweise gering: In Südkorea etwa, dem Spitzenreiter in Sachen alkoholischem Kalorienkonsum, nehmen Konsumenten dreimal so viele Kalorien durch alkoholische als durch zuckerhaltige Getränke zu sich.

          Dass Alkohol so viele Kalorien enthält, sollte eigentlich nicht überraschen. Nach Fett ist Alkohol mit sieben Kilokalorien pro Gramm der energiereichste Nährstoff. So kommt beispielsweise ein kleines Glas Rotwein laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ungefähr so viele Kalorien wie ein Wiener Würstchen. Damit nicht genug: Da der Körper Alkohol vor dem Fett abbaut, verlangsamt sich mit jedem Glas Bier oder Wein auch noch der Fettstoffwechsel. Gute Gründe dafür, dass Alkoholika ähnlich unter Druck geraten könnten wie Soft-Getränke. Auf alle, die mehr als fünf Gramm Zucker je 100 Milliliter enthalten, hat Großbritannien erst im Frühjahr dieses Jahres eine zusätzliche Steuer eingeführt. In skandinavischen Ländern werden ähnliche Steuern bereits seit langem erhoben. Und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) forderte anlässlich des Welt-Adipositas-Tag in der vergangenen Woche Regierungen weltweit dazu auf, mit Steuern gegen den Konsum von zuckerhaltigen Getränken vorzugehen.

          Während es in Deutschland keine Zuckersteuer gibt, ist eine auf Alkohol freilich längst etabliert. Seit mehr 100 Jahren werden in Deutschland Steuern für Alkoholika fällig. Zurzeit werden dabei fünf Steuerkategorien unterschieden: Branntwein, Bier, Schaumwein, „Zwischenerzeugnis“ und, zuletzt hinzugekommen, Alkopops. Zusammen nimmt der Bund dadurch jährlich gut 3 Milliarden Euro ein. Eine Zuckersteuer würde eine stattliche Summe dazukommen lassen.

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