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Größeres Immobilien-Angebot : Wie die Pandemie Österreichs Wohnungsmarkt bewegt

Der fast menschenleere Graben in der Wiener Altstadt. Bild: dpa

In den österreichischen Städten geraten die Mieten unter Druck, weil Studenten und andere Mietergruppen fehlen. Gleichzeitig steigen die Preise für Eigentumswohnungen kräftig.

          3 Min.

          Wer derzeit in Österreich eine Bleibe sucht, hat gute Chancen, rasch fündig zu werden. Die Corona-Seuche verändert den österreichischen Wohnungsmarkt. Traditionelle Zielgruppen wie Studenten, Tourismusbeschäftigte, Auslandsentsandte oder Saisongäste entfallen. Deren Ausbleiben macht sich in Städten mit einem größeren Angebot an Mietwohnungen bemerkbar. Das betrifft das Segment der kleinen Einheiten, aber auch das Hochpreissegment. Stark ausgeprägt ist dies nach Angaben der im Immobilienring vereinten Makler in Wien und in Salzburg, aber etwa auch in der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten.

          Michaela Seiser

          Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Für Mitte August 2020 bis Mitte Januar 2021 hat das Immobilienring-Research einen Lagebericht abgegeben. Weil vor allem in Wien der Wohnungsneubau aufholte, hat sich die Situation beim bezahlbaren Wohnen entspannt. Dazu drängten Airbnb-Wohnungen auf den Markt. Zunehmend mehr Eigentumswohnungen würden nicht für den Eigenbedarf, sondern zur Vermietung gekauft. Studenten fehlten in den Universitätsstädten, was zu einem vergrößerten Angebot an Kleinwohnungen oder Wohngemeinschaften führe. In Wien stieg demnach das Angebot bei Mieten bis 750 Euro brutto um rund 40 Prozent, ebenso in St. Pölten. In Kategorien von 750 bis 1250 Euro gebe es 10 Prozent mehr Auswahl. In Salzburg habe sich das Mietwohnungsangebot zwischen 750 und 1000 Euro fast verdoppelt. Bei teureren Wohnungen mangelte es nach Daten des Maklervereins vor allem auch in Wien zuletzt an Kurzfristmietern aus internationalen Konzernen oder Organisationen. Gäste, Schauspieler oder Mitarbeiter von Festspielen fehlten auch bei Ferienwohnungen oder Zweitwohnsitzen, deutlich sichtbar in Salzburg.

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