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Schnelle Marktreife : Deutschland ist Vorreiter in der medizinischen Krebs-Versorgung

Große Auswahl: Medikamente in der Apotheke der Uniklinik Leipzig Bild: dpa

In keinem EU-Land erreichen neue Medikamente schneller den Markt als hierzulande. Besonders in der Krebsbehandlung ist Deutschland fortschrittlich: Durch eine bessere Früherkennung sinkt die Zahl der Todesfälle deutlich.

          3 Min.

          Das deutsche Gesundheitswesen gilt als teuer, schwerfällig, serviceschwach. Vielen erscheint es zudem als ungerecht. Doch in einigen Feldern ist das System nach wie vor überaus dynamisch und innovativ – zum Wohle der Patienten. Aufhorchen lässt eine neue Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherungen (PKV) aus Köln, die der F.A.Z. vorliegt. Die Forscher haben herausgefunden, dass Krebsmedikamente nirgendwo in Europa schneller auf den Markt kommen als in Deutschland. Im Durchschnitt dauert es hierzulande von der europäischen Zulassung bis zur Verfügbarkeit in der Apotheke nur 82 Tage. Das nächstbeste Land, die Niederlande, benötigt doppelt so lange. In ganz Europa sind es 445 Tage. „Die Bevölkerung in Deutschland hat im internationalen Vergleich einen ausgezeichneten Zugang zu neuen Therapiemöglichkeiten in der Onkologie“, resümieren die beiden Autoren Devora Yordanova und Frank Wild.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Auch in der Fülle des Angebots liegt das Land ganz vorn. In den Jahren 2015 und 2017 hat die Europäische Arzneimittelagentur EMA 31 Krebsmittel zugelassen. Davon sind 30 in der Bundesrepublik auf dem Markt, mehr als in jedem anderen Land. Von den 2018 genehmigten Präparaten sind nur in Deutschland alle verfügbar. Das jüngste, erst 2019 zugelassene Medikament heißt Erleada mit dem Wirkstoff Apalutamid und wird gegen nicht metastasierende Prostatakarzinome verschrieben. Außer in Deutschland ist es nur in den Niederlanden erhältlich und erstattungsfähig.

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