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Medienbericht : Mitarbeiter-Überwachung auch bei Edeka und Plus

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Die Detektive sollen ohne Auftrag gehandelt haben Bild: ddp

Neben den in der vergangenen Woche bekanntgewordenen Bespitzelungen von Lidl-Mitarbeitern wurden einem Medienbericht zufolge auch Angestellte der Edeka-Gruppe und des Lebensmitteldiscounters Plus überwacht. Die Zahl der vorliegenden Berichte sei allerdings geringer.

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          Nach Lidl haben auch die Einzelhändler Edeka und Plus Fälle von heimlicher Mitarbeiterüberwachung eingeräumt. Zuvor hatte das Online-Magazin „stern.de“ aus Protokollen eines Sicherheitsunternehmens zitiert, das für beide Supermarktketten gearbeitet hat. In den Protokollen wurden dem Bericht zufolge detailliert private Angelegenheiten von Mitarbeitern festgehalten. Es seien aber deutlich weniger Protokolle als im Fall Lidl bekanntgeworden.

          Edeka und Plus bestätigten die Existenz der Protokolle, betonten aber, das Sicherheitsunternehmen habe eigenmächtig gehandelt. Eine Edeka-Sprecherin sagte der Nachrichtenagentur AP: „Wir machen Ladendiebstahlskontrollen, wo Inventurdifferenzen auftreten. Aber wir bespitzeln unsere Mitarbeiter nicht.“

          Die Vorwürfe von „stern.de“ bezögen sich auf zwei Märkte eines selbstständigen Unternehmers, der die Protokolle nicht in Auftrag gegeben habe. „Es handelte sich um eine Selbstleistung des Dienstleisters“, erklärte die Sprecherin. Den betreffenden Subunternehmer zitierte „stern.de“ mit den Worten, die Zusammenarbeit mit der Sicherheitsfirma sei gestoppt worden.

          Beobachtungen in seitenlangen Protokollen vermerkt

          Weiter schrieb „stern.de“, wie bei Lidl seien Spitzel in den Edeka- und Plus-Märkten offiziell als Ladendetektive aufgetreten. Tatsächlich hätten sich die Detektive aber auch mit dem Ausspähen von Mitarbeitern beschäftigt und ihre Beobachtungen minuziös in seitenlangen Protokollen vermerkt. Zudem seien auch bei Plus und Edeka versteckte Mini-Kameras angebracht worden, mit denen die jeweiligen Läden hätten überwacht werden können.

          Aus einem Protokoll über eine norddeutsche Plus-Filiale aus dem Juli 2006 zitierte „stern.de“: „Hier gab es eine anonyme Anzeige, da Frau C. sich angeblich zu wenig um ihre 8-jährige Tochter kümmern würde und das Kind während der Arbeitszeit am Nachmittag zu einer Freundin abgeschoben wird. Frau C. hat diesbezüglich heute um 17 Uhr ein Gespräch mit dem Jugendamt.“

          „Keine Konsequenzen für Mitarbeiter“

          Von Plus hieß es, man habe die Notizen nicht explizit beauftragt und weder ausgewertet noch weiter benutzt. Zudem könne man keinen konkreten Grund erkennen, weshalb Ladendiebstahl-Kontrolleure über Mitarbeiteraussagen berichtet hätten. „Da derartige Berichte den direkten Vorgesetzten nicht zugänglich waren und sind, haben und werden sich daraus keine Konsequenzen für Mitarbeiter ergeben“, schrieben der Vorsitzende der Plus-Geschäftsführung, Alfred Glandler, und der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Helmut Sistermann.

          Nach Kenntnisnahme habe man umgehend veranlasst, dass eine Berichterstattung mit Notizen zu Mitarbeitern „von unserem Hause nicht mehr akzeptiert“ werde, hieß es in dem Schreiben.

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