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Medien : Nächste Sparrunde bei Premiere

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Ein neues Sparprogramm soll Premiere aus dem Abseite bugsieren Bild: dpa

Noch ist Premiere der Verlustbringer der Kirch-Gruppe, doch Chef Kofler träumt bereits vom Börsengang. Ein Sparplan soll für schwarze Zahlen sorgen.

          Mit einem Sparprogramm und einem Einsteiger-Abo will der Pay-TV-Sender Premiere in drei Jahren schwarze Zahlen schreiben. Der Aufsichtsrat hat einen entsprechenden Plan für den verlustreichen Sender genehmigt, der für die Finanzmisere der Kirch-Gruppe verantwortlich ist. An diesem Mittwoch beraten die Gläubigerbanken mit dem hoch verschuldeten Medienkonzern darüber, wie der akute Finanzbedarf gedeckt werden kann.

          Mindestens 25 bis 30 Prozent der 2.400 Arbeitsplätze will Premiere nach den Worten des Geschäftsführers Georg Kofler in diesem Jahr streichen. 700 bis 800 Mitarbeiter haben befristete Verträge, Entlassungen seien nicht ausgeschlossen. Der konsequente Sparkurs mache diese Einschnitte nötig, sagte Kofler. Vergangene Woche hatte Premiere bereits bekannt gegeben, dass in Call Centern in München und Hamburg bis Jahresmitte 270 Stellen wegfallen.

          Vom Verlustbringer zum Börsenkandidaten

          Anfang 2004 will Premiere dann den Sprung in die schwarzen Zahlen schaffen. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) soll bei 137,1 Millionen Euro liegen. Premiere-Chef Kofler träumt sogar vom Börsenparkett. Dem Geschäftsplan zufolge besteht ab dem ersten Quartal „eine realistische Aussicht auf einen erfolgreichen Börsengang“.

          Derzeit ist der Pay-TV-Sender der Verlustbringer der Kirch-Gruppe. Zuletzt wurde in Medien spekuliert, dass sich Kirch von dem Sender trennen müsse, der Konzern hatte jedoch einen solchen Schritt abgelehnt. Im vergangenen Jahr hat Premiere einen Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 989 Millionen Euro verbucht. Die Finanzverbindlichkeiten lagen zum Jahresende bei 962 Millionen Euro.

          Premiere peilt den Massenmarkt an

          Mit einem Einsteiger-Abo für fünf Euro pro Monat plant Premiere die Zahl der Abonnenten von 2,4 Millionen auf 3,3 Millionen 2003 und 4,4 Millionen 2004 zu erhöhen. Mit der Bundesliga-Konferenzschaltung und großen Kinofilmen will Kofler Premiere in den Massenmarkt bringen. Premiere sei mit seiner Decorder-Box zu sehr Technikhaus gewesen und solle jetzt zu einem Fernsehhaus werden.

          Der Fernsehsender gehört zu 70 Prozent der Kirch-Gruppe, der Medienunternehmer Rupert Murdoch hält 22 Prozent, die restlichen acht Prozent gehören Finanzinvestoren.

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