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Zukunft der Produktion : Lass es die Roboter machen

Roboter übernehmen in Zukunft die Produktion. Bild: dpa

Die Zukunft der Produktion wird durch Automaten und neue Fertigungstechniken bestimmt. Das steht fest – oder etwa doch nicht?

          7 Min.

          Der Unterschied zwischen Können und Fähigkeit ist rasch erklärt: Der Könner ist in der Lage, alles selbst zu machen, der Fähige bringt es fertig, alles die anderen machen zu lassen. Von einer kleinen Diesel-Delle einmal abgesehen, wächst in der Autoproduktion offenbar der Anteil der Fähigen, und auch in anderen Branchen ist es seit Jahren deutlich zu spüren – immer mehr Arbeit wird von Automaten übernommen. Aufgabe des Menschen ist es, ihnen dabei zuzuschauen und sie weiterzuentwickeln. Neue Produktionsverfahren gehen dabei einher mit dem Einsatz neuer Materialien – oder der bekannten in bisher nicht möglichen Kombinationen.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Der Mensch ist nicht dumm, deshalb kam ihm der Gedanke, Apparate machen zu lassen, schon vor Tausenden von Jahren. Aus der Antike bekannt sind etwa die Wasserorgeln des Heron von Alexandria und andere Musikmaschinen. Neben Wasser wurde Wind als Energiequelle eingesetzt, beides diente und dient bis heute zum Antrieb diverser Maschinen. Auch das Bestreben, den Menschen zu kopieren, ist nicht neu. Leonardo da Vinci zeichnete einen Androiden, Jules Verne schrieb über eine Menschenmaschine. Die Frucht ist freilich noch nicht aufgegangen, die fußballspielenden Roboter sind bis heute kein ernsthafter Gegner für die deutsche Nationalmannschaft.

          Webstuhl war Anfang der Automatisierung

          Sinnvolle Verwendung gibt es in der Produktion. Anfang des neunzehnten Jahrhunderts kam der vollautomatische Webstuhl auf. Das war den Webern gar nicht recht, aber der Anfang der Automatisierung in der Industrie. Seitdem schreitet die Entwicklung, getrieben zunächst von Dampfmaschinen und später von Elektromotoren, rasant voran. Erste Exemplare von Robotern im heutigen Sinn tauchten Mitte des vergangenen Jahrhunderts auf, sie bestehen aus Roboterarm, Steuerung und Werkzeug oder Greifer.

          Der erste kommerziell verfügbare Roboter wurde 1959 vorgestellt, er ist damit jünger als der Autor dieser Zeilen. Seitdem übernehmen hydraulisch, pneumatisch oder mit Elektromotoren bewegte Maschinen immer mehr Aufgaben. Wobei die sprachliche Abgrenzung nicht ganz einfach ist. So heißt es in der Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure: „Industrieroboter sind universell einsetzbare Bewegungsautomaten mit mehreren Achsen, deren Bewegungen ... programmierbar und gegebenenfalls sensorgeführt sind. Sie sind mit Greifern, Werkzeugen oder anderen Fertigungsmitteln ausrüstbar und können Handhabungs- und/oder Fertigungsaufgaben ausführen.“

          Das können sie, und zwar immer besser. Industrieroboter werden oft für Tätigkeiten oder in Umgebungen eingesetzt, die für den Menschen gefährlich sind. Hauptgrund für die Verbreitung dürfte aber sein, dass sie viel schneller und präziser arbeiten können. Entwicklungsschübe gibt es durch den Fortschritt in der Elektronik und die Vernetzung der Maschinen, Ziel ist die Verbesserung der Genauigkeit in der Position und der Bahn. Wobei die absolute Genauigkeit moderner Industrieroboter für die meisten praktischen Anwendungen in der Fertigung völlig ausreichend ist, die Bestrebungen gelten daher der Verbesserung der Wiederholungsgenauigkeit, also der Streuung, und der Schnelligkeit.

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