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Code-N-Wettbewerb : Deutschlands Start-ups müssen sich nicht verstecken

Wird da etwa etwas Bahnbrechendes vorgestellt? Start-up-Pitch bei Code-N Bild: Code_n

Geld ist fast für alle da - aber gerade techniklastigen Jungunternehmen mangelt es aber oft an Aufmerksamkeit. Wettbewerbe wie Code-N sollen das ändern. Diesen Montag geht das Start-up-Festival los.

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          Wer in Deutschland an Start-ups denkt, landet schnell in der „Höhle der Löwen“. Die Fernsehshow auf Vox schafft es seit einigen Jahren verlässlich, auch Zuschauer für die Finanzierungsschwierigkeiten junger Gründer zu interessieren, die sonst mit Start-ups wenig am Hut haben. Die jüngste Folge erreichte mit einem Marktanteil von 15 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 59-jährigen wieder einmal den Spitzenwert zur Sendezeit.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Wenn sich die Investoren Frank Thelen und Carsten Maschmeyer vor laufenden Kameras darüber streiten, wer jetzt das bessere Finanzierungsangebot für eine besonders innovative Hundeleine abgegeben hat, ist das gute Abendunterhaltung – hat aber mit der Start-up-Landschaft in Deutschland inzwischen nur noch wenig gemein. Viele Jungunternehmen nutzen die Sendung vor allem als Präsentationsplattform, nicht wegen der Finanzierung, die sich häufig im Rahmen zwischen 50.000 Euro und etwa einer Million Euro bewegt.

          Um an Risikokapital zu gelangen, gibt es einfachere Wege – und darin sind deutsche Jungunternehmen recht geschickt. Einer aktuellen Auswertung der Beratung EY zufolge gab es im ersten Halbjahr hierzulande 273 Start-up-Investitionen, damit liegt Deutschland hinter Frankreich und London auf Rang 3 in Europa. Allerdings bekamen deutsche Start-ups mit 2,4 Milliarden Euro fast eine halbe Milliarde mehr als die französischen Jungunternehmen.

          Geld fließt nicht nur nach Berlin

          Und auch wenn fast die Hälfte des Risikokapitals nach Berlin wandert, gibt es in Deutschland immerhin noch einige andere Städte, in die auch Geld fließt – während es im Rest Europas fast ausschließlich in den Hauptstädten der Fall ist. So liegt München europaweit noch in den Top-10, Hamburg auf Rang 15. In ganz Europa ist die Zahl der Finanzierungen im Halbjahresvergleich um 19 Prozent, der Wert sogar um 27 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro gestiegen.

          Nur weil mehr Geld im Markt zur Verfügung steht (was im Vergleich zu den Vereinigten Staaten übrigens immer noch recht wenig ist) wirkt sich das allerdings nicht zwangsläufig auch auf das Gründungsgeschehen aus – den Schritt in die Selbstständigkeit wagt weiterhin nur eine verschwindend geringe Minderheit. Das liegt an mehreren Faktoren, eine wichtige Rolle spielt sicherlich die stabile Arbeitsmarktlage. Fachkräftemangel aller Orten bringt Arbeitnehmern gute Angebote, was viele am Sprung ins Ungewisse hindert.

          In vielen Bereichen, in denen es vielversprechende Start-ups geben könnte, mangelt es auch schlicht an sichtbaren Vorbildern. Aufmerksamkeit bekommen vor allem große Online-Plattformen, die sich an Endkunden richten, Gründer mit noch stärkerem Technikfokus aber ohne Endkundenanwendung bleiben manchmal unter dem Radar.

          KI, VR, Blockchain

          Auch aus diesem Grund gibt es in dieser Woche einen besonderen Wettbewerb, der im Rahmen des „New new Festivals“ in Stuttgart stattfindet, das die F.A.Z. als Medienpartner begleitet. 50 Finalisten des sogenannten Code-N-Wettbewerbs stellen dort nämlich von Montag bis Mittwoch in den Bereichen „maschinelle Intelligenz“, „virtuellen Technologien“ und „Kryptografie“ ihre Geschäftsmodelle vor.

          Die 10 besten von ihnen dürfen dann auch am Dienstag auf einer Bühne vorstellen, wie sie mit Künstlicher Intelligenz, der Blockchain oder Virtual-Reality-Anwendungen Probleme lösen und vor allem Geld verdienen wollen. Das dürfte in einer knapp bemessenen Zeit komplizierter werden, als bei einer Hundeleine. Mit in der Jury sitzen auch Unternehmensvertreter wie Marika Lulay von GFT Technologies oder Susanne Hahn, die das Innovationsbüro „Lab 1886“ des Daimler-Konzerns führt.

          Kooperationen werden zunehmen

          Denn die Kooperation von etablierten Unternehmen und jungen Start-ups wird in der Zukunft noch wichtiger „Wo der Mensch dabei seinen Platz findet, versuchen wir konsequent mitzudenken“, sagt Moritz Gräter, Geschäftsführer von Code-N. Kooperation treibt Innovation, das ist das Credo auch vieler Dax-Konzerne, die sich eigene Start-up-Abteilung aufbauen.

          Doch nicht alles kann im eigenen Unternehmen entwickelt werden. Gut 200 Unternehmen zeigen auf dem Festival, wie sie sich selbst und die Gesellschaft digitalisieren und transformieren wollen. Die Kooperation von Groß und Klein wird dabei zunehmen – und auch öffentlich beachtet: So bekam das Fintech „Finanzguru“ in der „Höhle der Löwen“ 1 Million Euro. Die gleiche Summe hatte zuvor die Deutsche Bank investiert.

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