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Me Convention : „Deutsche Banken wissen nicht, was sie tun“

  • -Aktualisiert am

Gründer unter sich: Carlo Kölzer (r.) und Miriam Wolfahrt (2. v. r.) und Sebastian Schäfer (2. v. l.) und Moderatorin Conny Dorrestijn Bild: Lukas Erbirch

Das globale Finanzsystem befindet sich im Umbruch. Die Gründerszene mischt kräftig mit, während die großen Banken in Deutschland die Entwicklung zu verschlafen scheinen. Auf der Me Convention erzählen erfolgreiche Gründer, wie sie die Wissenslücken der Großbanken für ihren Erfolg nutzen konnten.

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          Miriam Wolfahrt, Gründerin des deutschen Zahlungsdienstleisters RatePay hat nicht die beste Meinung von deutschen Banken. „Aus meiner Sicht hinken die technologisch immer noch völlig hinterher.“ Sie haben laut ihrer Aussage viel zu wenig Fachwissen im digitalen Bereich. „Die wissen nicht, was sie tun“, sagt Wohlfahrt. In diese Wissenslücke sind inzwischen einige Start-ups gestoßen, die als FinTechs bezeichnet werden. Diese Unternehmen wollen die Zahlungsweise im Internet für immer verändern.

          Zum Thema „From FinTech to Global Tech: The disruption of the global financial system“ sprechen auf der Me Convention unter anderem Gründer Carlo Kölzer, Sebastian Schäfer und Wiriam Wohlfarth.

          FinTechs holen den Kunden aus der herkömmlichen Filiale raus und rein ins Netz. Zahlungen dort funktionieren oft schneller und praktischer. Als sich Wohlfahrt vor rund zehn Jahren entschied, das Unternehmen RatePay zu gründen, konnten sich nur wenige vorstellen, wie viele solcher FinTechs in den kommenden Jahren aus dem Boden schießen würden. Bekanntester deutscher Vertreter dürfte der Zahlungsdienstleister Wirecard sein, der bis in den DAX aufgestiegen ist.

          Außerdem zu Gast in der Fragerunde zum Thema FinTechs: Carlo Kölzer, Mitbegründer der Devisenplattform 360T, die 2015 für mehr als 700 Millionen Euro von der Deutschen Börse aufgekauft wurde. 360T dürfte eines der erfolgreichsten deutschen FinTechs sein. Erstmals konnten Treasury-Abteilungen auf der ganzen Welt mithilfe der Plattform von 360T Einblicke in die Gebühren von Banken erhalten. Trotzdem war es auch für dieses Start-up ein harter Weg in Richtung Erfolg. „Unsere ersten Jahre waren furchtbar“, gibt Kölzer zu.

          Aus Sicht des Unternehmensgründers bieten FinTechs nicht nur für Menschen in Industrieländern völlig neue Möglichkeiten. Gerade für Menschen in deren Ländern das Bankensystem korrupt ist, seien FinTechs eine Chance, Zugänge zu Geld herzustellen. Dagegen sieht Kölzer für die klassischen deutschen Banken unter anderem aufgrund des niedrigen Zinsniveaus schwarz: „Der deutsche Markt ist der einzige, wo du als Bank kein Geld verdienen kannst.“

          Ist der Hype um FinTechs trotz des wenig digitalisierten deutschen Bankenmarkts nicht etwas übertrieben? Sebastian Schäfer, Erfinder der Coworking-Fläche TechQuartier ist der Ansicht, dass Unternehmen, die mehr als eine Milliarde Dollar an der Börse wert sind, vor allem von den hohen Erwartungen der Investoren profitieren. „Die wachsen nicht dadurch, dass sie mehr Klienten gewinnen, sondern, dass der Markt an sie glaubt.“

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