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Entschlüsselte Besucher : Zum Glück nicht auch noch das Gewicht!

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Bild: F.A.Z.

Digitale Spuren und Transformation: Die interaktive Ausstellung YourCode führt dem Besucher auf der MeConvention vor Augen, dass er auch nur aus Code besteht – und kann dabei Alter, Größe und Geschlecht abschätzen.

          2 Min.

          YourCode nennt sich eine der Kunstausstellungen auf der Me Convention, auf der sich junge Menschen mit den Fragen der Zukunft beschäftigen wollen. Die Künstler von YourCode versprechen dem Publikum, die eigene digitale Transformation zu erleben. Um die Ausstellung zu betreten, muss der Besucher sie erst einmal eröffnen – in dem er sich auf einen markierten Punkt vor einen werbetafelgroßen Monitor stellt, der in diesem Format eher von Anzeigen am Bahngleis bekannt ist. Über eine seitlich montierte Kamera fängt die Software das Gesicht des Besuchers ein. App-Icons von sozialen Medien flimmern um die Aufnahme herum. Dann erscheinen neben dem Gesicht Größe, Geschlecht und Alter der Person.

          Kim Maurus
          Volontärin.

          „Die Zahlen passen alle nicht so ganz genau, aber es regt auf jeden Fall zum Nachdenken an“, sagt Axel Griesinger, der als Besucher auf der Me Convention ist. Die Software verdeutliche, wie schnell man digitale Spuren hinterlässt. Jette Duus, selbst Speakerin auf der Konferenz, ist dankbar: „Zum Glück zeigt es nicht auch noch das Gewicht an!“.  Das Ganze sei sehr interessant und ein bisschen gruselig zugleich: „Man fühlt sich, als wäre man ein Objekt“.

          Ein Haufen aus Buchstaben-Bauklötzen

          In der insgesamt zweiminütigen Einheit wechselt das Bild auf dem Monitor mehrmals. Zwischenzeitlich ist nur die eigene Silhouette als Schlieren-Muster zu sehen, das sich vom Hintergrund abhebt. Dann wiederum verwandelt sich die Form zu einem Haufen aus Buchstaben-Bauklötzen. Im nächsten Moment werden Barcodes angezeigt, auf denen Wörter wie „altruism“ und „social constructivism“ stehen. Zum Ende zeigt der Monitor den Teilnehmenden selbst – wie vor einer Greenwall, ausgeschnitten, etwas verzerrt und um sich selbst drehend.

          Bei der Eröffnungsrede der MeConvention hatte Bettina Fetzer, die Marketing-Chefin von Mercedes, versprochen, es werde für die knapp 3000 Teilnehmer auf der Millenial-Konferenz mehr Interaktion geben. Die kurzweilige Ausstellung direkt hinter der Eingangstür beweist das recht plakativ. Die Teilnehmer lachen, sind überrascht vom verzerrten Spiegelbild. Die meisten bleiben für die gesamte Präsentation, deren Initiator sie selbst sind, vor dem Bildschirm stehen.

          Die Künstler Bernd Lintermann, Christian Lölkes und Peter Weibel haben der Erklärtafel zufolge die Doppelpunkte im Titel ihrer Arbeit „YOU:R:CODE“ bewusst gewählt. So möchten sie damit die binäre Lesart „Your Code“ – „dein Code“ und „You are code“ – „Du bist Code“ vorgeben. Der Erlebende würde zum einen auf abstrakten Code reduziert, aus dem er schlussendlich wieder ausbreche und sich als Bild materialisiere. Auf der anderen Seite besteht der Mensch aus genetischem Code, ein „Algorithmus, der unser Verhalten von Geburt an determiniert“, wie die Künstler definieren. Gleiches gelte für unsere Beziehung zum Smartphone. Für dieses seien Menschen und ihre Reaktionen nichts anderes als Daten.

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