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Großbritannien : May erzielt Fortschritte bei Brexit-Verhandlungen

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Die britische Premierministerin Theresa May Bild: EPA

In der Nordirlandfrage zeichnet sich bei den Brexit-Verhandlungen laut eines Zeitungsberichts ein Kompromiss ab. Über den Plan soll die britische Regierung offenbar am Dienstag beraten.

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          Die britische Premierministerin Theresa May kommt einem Medienbericht zufolge bei den laufenden Brexit-Verhandlungen mit der Europäischen Union voran. May habe die Zusicherung aus Brüssel erhalten, dass Großbritannien auch nach dem EU-Austritt zeitlich befristet in der Zollunion bleiben könne, um eine „harte Grenze“ zwischen der britischen Provinz Nordirland und dem EU-Mitgliedsstaat Irland zu vermeiden, berichtet die „Sunday Times“ unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise. Die Gespräche mit der EU, die bereits weiter fortgeschritten seien als bekannt, sollten in einem mindestens 50 Seiten umfassenden Dokument festgehalten werden. Mays Kabinett werde am Dienstag zusammenkommen, um über den Plan zu beraten.

          Ein Regierungssprecher in London wies die Darstellung der britischen Zeitung jedoch umgehend als Spekulation zurück. „Wir haben gute Fortschritte bei unseren zukünftigen Beziehungen gemacht“, sagte der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur lediglich.

          Die Zeitung veröffentlichte zudem einen offenen Brief, im dem über 70 britische Wirtschaftsvertreter eine Volksabstimmung über die endgültigen Brexit-Bedingungen forderten.

          Gefahr für brüchigen Frieden

          Großbritannien will die EU Ende März 2019 verlassen. Beide Seiten befürchten, dass eine feste Grenze mit Kontrollen zwischen Irland und Nordirland den brüchigen Frieden in der früheren Bürgerkriegsregion gefährden könnte. London und Brüssel waren sich bislang aber nicht einig geworden, wie das praktisch verhindert werden kann.

          Die Irland-Frage gilt als wichtigste Hürde vor der Vollendung des fast unterschriftsreifen Brexit-Abkommens zwischen Brexit-Abkommens zwischen Brüssel und London. May sprach zuletzt sogar davon, dass das Abkommen zu „95 Prozent“ fertig sei.

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