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Tirol sperrt Landstraßen : Kindischer Mautstreit

Tirol will verhindern, dass Reisende auf mautfreie Straßen ausweichen. Das gefällt den deutschen Nachbarn gar nicht. Dabei sitzen Bayern und Österreicher im Grunde im selben Boot.

          In diesen Wochen lässt sich unter kleinen Strandurlaubern ein ebenso beliebtes wie destruktives Spiel beobachten: Machst du meine Sandburg kaputt, trete ich auch deine zusammen. Ein ähnlich kindliches Kräftemessen findet gerade zwischen Bayern und Österreich statt. Vor dem EuGH hat Wien die von der CSU vorangetriebene Pkw-Maut zu Fall gebracht.

          Im Gegenzug macht jetzt München gegen den Beschluss aus Tirol mobil, Transitfahrten über Land zu unterbinden. Über diese Ausweichrouten versuchen viele (deutsche) Reisende, die Maut und die Autobahn-Staus zu umgehen. Im Grunde sitzen Bayern und Österreicher im selben Boot. Sie leiden darunter, dass die Nachbarn sie als Durchgangsgebiet nutzen: Die Österreicher kürzen über das „Deutsche Eck“ ab, die Deutschen durchqueren Tirol auf dem Weg nach Italien.

          Der starke Transitverkehr ist der zentralen Lage geschuldet, die ansonsten viele wirtschaftliche Vorteile bringt. Gerade weil die Interessen ähnlich sind, sollten bilaterale oder europäische Lösungen möglich sein, samt fairer Lastenteilung. Statt sich ihre Sandburgen zu zerstören, sollten Österreich und Deutschland gemeinsam an einem soliden europäischen Haus bauen.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

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