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Massives Sparprogramm : Lufthansa will Tausende Stellen streichen

  • Aktualisiert am

„Score“ nennt die Lufthansa ihr neues Sparprogramm Bild: dpa

Das Sparprogramm der in Bedrängnis geratenen Lufthansa wird konkreter. 3000 Stellen in der Verwaltung könnten wegfallen, in Frankfurt soll offenbar jede zweite Stelle abgebaut werden.

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          Die Lufthansa will in der Verwaltung einem Zeitungsbericht zufolge jede zweite Stelle streichen. Um ihr neues Milliarden-Sparprogramm durchzusetzen, plant Deutschlands größte Fluglinie weltweit 3000 der 6000 Arbeitsplätze in den Verwaltungsbereichen Finanzen, Personal und Buchungen abzubauen, berichtete die „Bild“-Zeitung. Allein in Frankfurt sollten 1500 der 3000 Jobs wegfallen. Die verbliebenen Mitarbeiter sollten in eine neue Gesellschaft ausgegliedert werden und dort für weniger Geld bei mehr Arbeitszeit arbeiten, berichtete die Zeitung weiter. Das Vorstandskonzept, das vom 23. März stamme, liege dem Gesamtbetriebsrat vor.

          Ein Stellenabbau sei nicht ausgeschlossen, erklärte ein Unternehmenssprecher lediglich am Donnerstag. Die Ausgestaltung des 1,5 Milliarden Euro schweren Sparprogramms werde derzeit noch erarbeitet und die Auswirkungen auf die konkrete Zahl der Arbeitsplätze seien noch nicht klar.

          Ganz überraschend käme der Stellenabbau nicht. Lufthansa-Chef Christoph Franz deutete bereits vor einem Monat an, dass auf die Verwaltung einiges zukommt. Die Kosten sollten in dem Bereich um ein Viertel sinken, das Gros davon durch Einsparungen bei den Personalausgaben. Wie das genau vonstattengehen solle, ließ er offen. Klar war jedoch, dass allein die bisherigen Maßnahmen - etwa ein Einstellungsstopp - nicht reichen werden, um die Sparziele zu erreichen. Ende vergangene Woche wurde bekannt, dass die Airline angesichts des harten Wettbewerbs mit Rivalen wie Emirates oder Ryanair knapp eine Milliarde Euro mehr Gewinn aus ihrem Passagiergeschäft holen will.

          Die Lufthansa schreibt im Europaverkehr seit Jahren rote Zahlen. Konzernchef Franz will dies ändern: Im Jahr 2013 soll die Gewinnschwelle erreicht sein. Bereits seit Jahren steht der Vorschlag im Raum, die dezentralen Flüge ganz an Germanwings abzugeben. Inzwischen hat die einstige Billigfluggesellschaft von der Lufthansa das Vielfliegerprogramm und Firmenverträge übernommen, die Piloten haben annähernd den gleichen Tarifvertrag. Im vergangenen Jahr verbuchte die Lufthansa-Tochter einen operativen Verlust von 52 Millionen Euro. Mit einer Flotte von 30 Maschinen ist Germanwings weitaus kleiner als die Konkurrenten Ryanair und Easyjet, die seit Jahren den deutschen Markt aufmischen und deutlich kostengünstiger unterwegs sind.

          Bei Lufthansa selbst arbeiten rund 40.000 Menschen, im gesamten Konzern einschließlich der Tochterfluggesellschaften und den Technikbereichen sind es 120.000 Mitarbeiter. Den Sparkurs nicht mehr mittragen wird Finanzvorstand Stephan Gemkow. Er wechselt nach 22 Jahren bei der Lufthansa zum Duisburger Mischkonzern und Metro -Großaktionär Haniel.


           

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