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Massiver Vertrauensverlust : Das Erbe der Finanzkrise

Von hier aus nahm die Finanzkrise 2008 mit dem Untergang der Lehman Brothers Bank ihren Lauf. Bild: AFP

Kann sie sich wiederholen? Die Wirtschaft läuft, die Banken sind stabiler. Doch die Krise hinterlässt nicht nur hohe Schuldenberge, sondern auch ein erschüttertes Vertrauen in die Politik.

          9 Min.

          Moritz Schularick spricht von einem „Hockeyschläger“. Daran erinnert die grafische Abbildung des Verhältnisses der Bankkredite an private Schuldner (Unternehmen und Privatpersonen) im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Schularick für die Zeit vom Jahre 1870 an für 17 Industrienationen erstellt hat. Nimmt das Verhältnis von Bankkrediten zum BIP über lange Zeit nur langsam zu, so beschleunigt es sich in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

          Am Beginn vieler Finanzkrisen steht eine kräftige Zunahme der privaten Verschuldung, aber nur jeder vierte Kreditboom führte in der Vergangenheit in eine Krise. In den meisten Fällen dienten die Kredite zur Finanzierung des Wirtschaftswachstums. Schularick, Professor in Bonn und neuer Träger des vom Verein für Socialpolitik vergebenen renommierten Gossen-Preises, kann „gute“ Kreditbooms, die der Finanzierung des Wirtschaftswachstums dienen, von „schlechten“ Kreditbooms, die in Finanzkrisen enden, unterscheiden. Ein typisches Kennzeichen eines „schlechten“ Booms sind großzügige Immobilienfinanzierungen, begleitet von stark steigenden Immobilienpreisen und einer wachsenden Neigung von Banken, ihre Kredite nicht durch Kundeneinlagen, sondern durch die Ausgabe kurzfristiger Wertpapiere zu refinanzieren.

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