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Massentierhaltung : Haudraufundschluss

Massentierhaltung sollte mit Kameras überwacht werden. Bild: dpa

In einem Tierstall, der für Wiesenhof arbeitet werden Enten mit Mistgabeln erschlagen. Es sind Ausnahmen mit System. Die Massentierhaltung soll trotzdem nicht verboten werden.

          In einem Tierstall, der für Wiesenhof arbeitet, werden Enten mit Mistgabeln erschlagen. Im Stall hängt die versteckte Kamera der Tierrechtsaktivisten. Die Bilder tauchen im Internet auf, und die Empörung groß. Derartige Bilder liefern die deutschen Wiesenhöfe nicht zum ersten Mal. Die Frage ist: Sind es Einzelfälle, oder hat die Tierqual System?

          Die Antwort: Sie ist die Ausnahme - aber sie hat System. Die Arbeiter, denen die Aufgabe zukommt, die Tiere im Maststall zusammenzutreiben, sind nicht die sensibelsten Gemüter. Grobe Naturen werden nicht milder durch Niedrigstbezahlung, wie sie in der Fleischindustrie üblich sind. Zweitens hat die Tierqual mit der Masse an Tieren zu tun, denen die Fänger gegenüberstehen. Gewinnt der Mensch Macht über eine Masse, neigt er zu Brutalität (das zeigen psychologische Experimente sogar, wenn diese Masse aus Menschen besteht und nicht aus Enten).

          Was folgt daraus? Die Massentierhaltung verbieten? Solche politischen Forderungen sind reiner Tierschutz-Populismus. Sie sind total unrealistisch angesichts der agrarischen Realität, das sagen selbst professionelle Tierschützer. Auch die peinliche Politisierung privater Essgewohnheiten à la Sigmar Gabriel ändert für die Tiere nichts. Nützliche Ideen wären Kameras in jeden Stall, hohe Strafen für Tierqual, also Anreize für Tierhalter, nicht die dümmsten Schläger als Entenfänger einzustellen.

          Jan Grossarth

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

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