https://www.faz.net/-gqe-7nigf

Maschmeyer, Tönnies und Prinz : Prominente mit dubiosen Fonds

AWD-Gründer Carsten Maschmeyer Bild: Röth, Frank

Nach der Verurteilung von Uli Hoeneß kommen nun die Geldanlagen mehrerer norddeutscher Prominenter in der Schweiz auf den Prüfstand.

          1 Min.

          Nach Informationen des Magazins „Stern“ haben der Aufsichtsratsvorsitzende von Schalke 04, Clemens Tönnies, der Hamburger Medien-Anwalt Matthias Prinz sowie der AWD-Gründer Carsten Maschmeyer aus Hannover Konten bei der Bank Sarasin in der Schweiz unterhalten. Von diesen Konten aus seien Millionen in Fonds investiert worden, die Geschäfte zulasten des deutschen Fiskus betrieben.

          Hanno Mußler
          (ham.), Finanzen, Wirtschaft

          Allein von Maschmeyers „Familienkonto“, auf das auch sein Freund, der Trainer des Hamburger Sportvereins Mirko Slomka, und seine Lebensgefährtin, die Schauspielerin Veronica Ferres, eingezahlt haben, sollen 2010 und 2011 rund 50 Millionen Euro in dubiose Fonds der Luxemburger Gesellschaft Sheridan geflossen sein. Die Bank Sarasin wollte dazu der F.A.Z. keinen Kommentar geben. Von Maschmeyer und Prinz hieß es, die Bank habe ihnen versichert, dass die Fonds nicht zulasten des Fiskus anlegten.

          Offenbar haben die Fonds „Cum-Ex-Geschäfte“ getätigt. Dabei werden Aktien mit (cum) und ohne (ex) Dividendenanspruch rund um die Dividendenausschüttung hin- und hergehandelt. Damit wird verschleiert, an wen die Dividende nach Abzug von Steuern tatsächlich geflossen ist. Mehrere Marktteilnehmer erhalten Bescheinigungen, mit denen sie Ansprüche auf Steuerrückerstattung geltend machen können, obwohl sie gar keine Dividende erhalten haben. Nach 2011 hat der Bund die Gesetzeslücke geschlossen und auch dem Sheridan-Fonds offenbar keine Kapitalertragssteuer mehr erstattet. Daraufhin hat die Bank Sarasin anscheinend einen großen Teil der von Maschmeyers Konto angelegten Summe nicht zurückgezahlt. Nun kämpft Maschmeyer beim Bankvorstand Eric Sarasin, mit dem er nach eigener Aussage befreundet ist, um 14 Millionen.

          Weitere Themen

          Lösegeld für das schwarze Gold

          Hackerangriff auf Pipeline : Lösegeld für das schwarze Gold

          Eine Cyberattacke in den Vereinigten Staaten beeinträchtigt den Transport von Öl. Sollten die Folgen anhalten, könnten auch hierzulande Öl und Benzin nochmal teurer werden.

          Topmeldungen

          Cybergangster kommen nicht durchs Tor: Tankanlagen an einer Abzweigung im Pipeline-System von Colonial im Bundesstaat Alabama

          Hackerangriff auf Pipeline : Lösegeld für das schwarze Gold

          Eine Cyberattacke in den Vereinigten Staaten beeinträchtigt den Transport von Öl. Sollten die Folgen anhalten, könnten auch hierzulande Öl und Benzin nochmal teurer werden.
          Der deutsche Außenminister Heiko Maas beim Treffen der EU-Außenminister am Montag in Brüssel

          EU-Außenministertreffen : Immer Ärger mit Russland

          Putin hat eine Liste „unfreundlicher Staaten“ in Auftrag gegeben, deren Botschaften Moskau einschränken könnte. Die EU will sich von den Provokationen nicht spalten lassen. Doch was kann sie tun?
          Palästinenser auf dem Al-Aqsa-Plateau liefern sich am 10. Mai Auseinandersetzungen mit israelischen Sicherheitskräften.

          Unruhen in Israel : Der Kampf um das Herz Jerusalems

          Bei den gegenwärtigen Unruhen in Jerusalem kommen viele Dinge zusammen. Dazu zählen die Versuche radikaler jüdischer Siedler, Häuser von Palästinensern rund um die Altstadt zu übernehmen.
          Der Deutsche Fußball-Bund steckt in einer großen Krise.

          Machtkampf und Chaos : Werte nur auf dem Papier beim DFB

          Wer allein sich selbst ins Zentrum stellt, sprengt die Gemeinschaft. Verantwortung lässt sich nicht auf Ethikkommissionen abwälzen. Im DFB müssen ganze Führungsetagen ausgetauscht werden. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.