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Maschinenbau : Heidelberger Druck verkauft Digitaldruck an Kodak

  • Aktualisiert am

Heidelberger Druck konzentriert sich auf Bogenoffsetdruck Bild: dpa

Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller gibt seine defizitäre Digitaldrucksparte an den amerikanischen Konzern Eastman Kodak ab. Auch die Zeitungsdruckmaschinen sollen verkauft werden.

          Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck steigt aus dem defizitären Geschäft mit Digitaldruckmaschinen aus und steht zudem vor dem Verkauf des Geschäfts mit Zeitungsdruckmaschinen.

          Das komplette Farb- und Schwarz-Weiß-Digitaldruckgeschäft werde an den Joint-Venture-Partner Eastman Kodak verkauft, teilte die im MDax gelistete Heidelberger Druck am Montag mit. Kodak werde erst in den nächsten zwei Jahren Geld für die defizitäre Sparte zahlen, wenn festgelegte Verkaufsziele erreicht würden. Bis Ende 2005 könnte sich dies auf bis zu 150 Millionen Dollar (rund 120 Millionen Euro) summieren, hieß es.

          Eastman Kodak revidiert daher seine Prognose für das operative Ergebnis je Aktie 2004 auf 2,05 bis 2,35 Dollar von zuvor 2,25 bis 2,55 Dollar. Die Übernahme des Digitaldruckgeschäfts der Heidelberger Druckmaschinen veranlasse es zu diesem Schritt, teilte Kodak am Montag mit. Der Umsatz werde jedoch infolge der Akquisition in diesem Jahr um 175 Millionen Dollar zunehmen. Ab 2007 dürften die neu erworbenen Sparten positiv zum Ergebnis beitragen.

          Rollenoffset geht an amerikanischen Konkurrenten Goss

          Die Rollenoffset-Sparte von Heidelberger Druck soll nach einer Grundsatzvereinbarung an den amerikanischen Konkurrenten Goss gehen, an dem sich Heidelberger Druck im Gegenzug mit knapp unter 20 Prozent beteiligen werde, hieß es weiter von dem Mdax-Unternehmen. Zu den finanziellen Bedingungen der Transaktion sei Stillschweigen vereinbart worden. Mit weiteren Ergebnisbelastungen sei durch den Verkauf nicht mehr zu rechnen.

          Für den Konzernumbau, der unter anderem auch mit dem Abbau von mehr als 3000 Arbeitsplätzen verbunden ist, hatte der Konzern bereits im dritten Quartal 525 Millionen Euro vor allem für Abschreibungen auf Firmenwerte zurückgestellt. Dies hatte in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2003/04 (zum 31. März) unter dem Strich zu einem Verlust von 725 Millionen Euro geführt. Vorstandschef Bernhard Schreier hatte im vergangenen Herbst einen Strategiewechsel vollzogen und will den Konzern auf sein angestammtes Geschäft mit Bogenoffsetdruckmaschinen - vor allem für den Zeitschriften- und Werbemarkt - konzentrieren.

          Strategiewechsel soll Heidelberger Druck 2004 wieder in Gewinnzone bringen

          „Wir sind zuversichtlich, mit dieser Strategie Heidelberg kurzfristig wieder in die Gewinnzone bringen zu können", sagte Schreier. Er hatte den Verkauf der Rollenoffset-Sparte und die weit gehende Trennung vom Digitaldruck zuletzt bis Ende März angekündigt, nachdem sich die Verhandlungen länger hinzogen als erwartet.

          Mit Eastman Kodak war Heidelberger Druck seit 1997 in einem Gemeinschaftsunternehmen für den Farb-Digitaldruck mit dem Namen NexPress verbündet. Nun übernimmt der amerikanische Konzern auch das in den Vereinigten Staaten ansässige Schwarz-Weiß-Geschäft. Heidelberger Druck habe eine Konkurrenzausschluß-Klausel bis Anfang 2006 unterzeichnet, hieß es. Wenn sich die Sparte mit 2000 Mitarbeitern unter der Ägide von Kodak besser als bisher entwickelt, soll Heidelberger Druck fünf Jahre lang weitere Zahlungen erhalten. Im Vertrieb wollen beiden zusammenarbeiten.

          Im operativen Geschäft will Heidelberger Druck einen Verlust von 90 Millionen Euro nach den ersten neun Monaten im Endspurt noch wettmachen und den Umsatzrückgang auf zehn Prozent beschränken. „Die Ziele zu erreichen bedarf noch erheblicher Anstrengungen. Dafür müssen noch einige Maschinen verkauft werden", sagte Schreier Ende vergangener Woche in einem Zeitungsinterview.

          Per Ende Dezember lag der Konzernumsatz mit 2,46 Milliarden Euro noch um 16 Prozent unter Vorjahr. 2004/05 will Heidelberger Druck auch nach Steuern in die Gewinnzone zurückkehren.

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