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Ex-Commerzbank-Chef : Martin Blessing wird Aufsichtsrat der Danske Bank

Martin Blessing Bild: Helmut Fricke

In der größten dänischen Bank trifft der frühere Commerzbank-Chef auf einen Geldwäscheskandal und einen alten Bekannten.

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          Martin Blessing unternimmt wieder einen neuen Anlauf, sich neu zu erfinden. Nach acht harten Jahren als Vorstandsvorsitzender der Commerzbank hatte der heute 56 Jahre alte Blessing nach Finanzkrise, Einstieg des Staates und immer neuen Rückschlägen im Jahr 2016 genug und war damals in die Konzernleitung der Schweizer Großbank UBS gewechselt. Dort galt Blessing sogar für kurze Zeit als Kronprinz des Vorstandschefs Sergio Ermotti. Doch dann wurde ihm die schwache Geschäftsentwicklung der Vermögensverwaltung zum Verhängnis, für die er in der UBS verantwortlich war. Ende 2019 schied Blessing ganz aus der UBS aus.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Jetzt orientiert sich der um einen flotten Spruch nie verlegene Ehemann von Dorothee Blessing, die Deutschland-Chefin von JP Morgan ist und in der amerikanischen Bank offenbar noch eine weitere Karriere vor sich hat, beruflich um. Als ersten Baustein dieser Neuorientierung übernimmt Blessing ein Mandat im Aufsichtsrat der Danske Bank in Kopenhagen, wenn die Hauptversammlung ihn wie geplant am 17. März wählt.

          Die geplante neue Aufsichtsratstätigkeit Blessings, die mit der Einladung der Danske Bank an ihre Aktionäre am Freitag publik wurde, ist aus mehreren Gründen erstaunlich. Zum einen ist die größte dänische Bank im Baltikum in einen Geldwäscheskandal verwickelt. Zum anderen fängt in der Danske Bank in diesen Tagen auch Stephan Engels als neuer Finanzvorstand an. Engels kommt von der Commerzbank, er ist mit Blessing seit Studientagen in St. Gallen befreundet, und es war Blessing, der Engels seinerzeit im Jahr 2012 zur Commerzbank holte, als diese einen neuen Finanzvorstand brauchte.

          Angeblich hat Blessings Aufsichtsratsmandat in der Danske Bank nichts mit Engels Wechsel auf den Posten des Finanzvorstands zu tun. Doch die beiden sind ein eingespieltes Team. Und wer weiß: Blessing wäre nicht der erste Aufsichtsrat, der den ungewöhnlichen Weg vom Kontrollgremium in den Vorstand fände.

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