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Marktbericht : Dax schließt auf höchstem Stand seit Mitte 2008

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Dax hat am Mittwoch seine Vortagesverluste wieder mehr als wett gemacht. Nachdem sich der deutsche Leitindex zunächst lustlos zeigte, kamen am Nachmittag positive Impulse von den freundlichen Börsen in Amerika.

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          Mit plus 0,52 Prozent auf 6524,55 Punkten ging der Dax schließlich knapp unter seinem kurz zuvor erreichten Tageshoch aus dem Handel. Der MDax legte um 0,84 Prozent auf 9208,43 Punkte zu. Der TecDax rückte um 0,11 Prozent auf 798,29 Punkte vor.

          Händler sprachen mit Blick auf die Gewinne an der Wall Street von einer „Erholungsbewegung nach übertriebenen Kursverlusten am Vortag“. Zudem konnte der Flugzeughersteller Boeing mit seinem Quartalsbericht überzeugen. Der deutsche Aktienmarkt sei aber dennoch nach der jüngsten Rally eher „ermüdet und überhitzt“, sagte ein Börsianer und geht davon aus, dass das Rückschlagrisiko auf kurze Sicht höher ist als das weitere Aufwärtspotenzial.

          Wenig Reaktion am deutschen Markt riefen die Quartalsergebnisse der amerikanischen Banken Morgan Stanley und Wells Fargo hervor. Bei den deutschen Banktiteln zeigte sich kein einheitliches Bild: Die Anteilsscheine der Deutschen Bank schlossen 0,4 Prozent höher, die Papiere der Commerzbank verloren dagegen ein Prozent.

          Aktien von BASF und Bayer laufen unterschiedlich

          Mit gegensätzlichen Vorzeichen standen auch die Titel von BASF und Bayer im Fokus der Dax-Anleger. Der Chemieriese BASF hatte die Börse mit ersten Eckpunkten aus der Quartalsbilanz überrascht. „Das waren ausgezeichnete Zahlen, sie lagen über den Schätzungen“, erklärte Aktienstratege Heino Ruland von Ruland Research. „Da liegt noch mindestens ein sehr gutes Quartal vor uns“, erklärte DZ-Bank-Analyst Peter Spengler. Die BASF-Aktien stiegen um 2,6 Prozent auf 51,93 Euro.

          Bayer litten dagegen unter dem Erfolg von Boehringer Ingelheim bei der Zulassung des neuen Thrombose-Mittels Pradaxa in Amerika. Mit Pradaxa, das zur Vorbeugung von Schlaganfällen dient, hat Boehringer Ingelheim den Konkurrenten den Rang abgelaufen. Die Bayer-Aktien fielen um 1,3 Prozent auf 54,18 Euro und hielten damit die rote Laterne im Dax.

          Auch an der Kopenhagener Börse stand ein Pharmawert im Mittelpunkt. Die Papiere der dänischen Novo Nordisk schossen um 9,1 Prozent auf 538 Kronen nach oben. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hatte die beiden Konkurrenten Amylin Pharmaceuticals und Eli Lilly zu weiteren Studien zu ihrem Diabetes-Mittel Bydureon aufgefordert. Die Verzögerung könnte 18 Monate in Anspruch nehmen, womit Novo Nordisk mit seinem Präparat weiter einen Vorsprung hätte, schrieben Analysten. Novo Nordisk ist der weltgrößte Hersteller von Insulin. Die Titel von Amylin brachen in Amerika um 48 Prozent ein, die Aktien von Eli Lilly gaben 4,3 Prozent ein.

          HeidelDruck und United Internet klar im Plus

          Im MDax sprangen die Aktien von Heidelberger Druckmaschinen nach vorläufigen Zahlen um 7,30 Prozent hoch auf 3,441 Euro. HeidelDruck steigerte im zweiten Geschäftsquartal Umsatz und Auftragseingang und bekräftigte die Gesamtjahresprognose. Analyst Ingo-Martin Schachel von der Commerzbank hob im Anschluss an den Quartalsbericht die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ und begründete dies auch mit dem seines Erachtens übertriebenen Kursverlusten seit Juni, als die Aktie im Hoch noch bei 8,735 Euro notiert hatte.

          Im TecDax stachen die Aktien von United Internet mit einem Plus von 4,69 Prozent auf 12,395 Euro hervor. Ein Händler sprach von einem technisch bedingten Ausbruch der Aktie über die Widerstandslinie bei 12,00 Euro. „Dadurch, dass die Kizoo AG nun ihre United-Internet-Aktien erfolgreich verkauft hat, schwebt dieses Damoklesschwert nicht mehr über der Aktie und das hat wie ein Befreiungsschlag für den Kurs gewirkt“, ergänzte Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade.

          Dollar deutlich unter Druck

          Der EuroStoxx 50 schloss um 0,50 Prozent höher bei 2851,52 Punkten. Die Börsen in London und Paris legten ebenfalls zu.

          Am deutschen Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,15 (Vortag: 2,16) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,08 Prozent auf 127,792 Punkte. Der Bund Future büßte 0,18 Prozent ein auf 130,00 Punkte.

          Der Euro konnte sich nach drei Verlusttagen erholen und stieg bis zum Abend auf 1,3955 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3861 (Dienstag: 1,3859) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7214 (0,7216) Euro.

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