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Markenschutz : Was ist Parmesan?

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Alles Käse, sagt ein Hersteller, der ein Hartkäse-Mix als Parmesan verkauft. „Betrug!“, wüten die Hüter des wahren Parmigiano Reggiano. Ein Fall für die EU-Justiz.

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          Darf Parmesan-Käse nur aus den norditalienischen Provinzen um Parma und Reggio Emilia kommen? Darüber hat am Mittwoch der Europäische Gerichtshof in Luxemburg verhandelt. Auseinandersetzen mussten sich die Richter insbesondere mit der Frage, ob der 1996 eingetragene europaweite Schutz der Bezeichnung „Parmigiano Reggiano“ auch für das als Übersetzung geltende Wort „Parmesan“ gilt.

          Der traditionsreiche Hartkäse, bei dem für ein Kilogramm Käse bis zu 16 Liter Kuhmilch verwendet werden, ist in seinem Herkunftsland Italien seit 1954 gesetzlich geschützt. Verstöße gegen dieses Gesetz und auch Betrug werfen die italienischen Anklagebehörden einem Hersteller in Parma vor, der seit Jahren Käsesorten verschiedener Herkunft trocknet und vor allem in Frankreich gerieben in 40-Gramm-Päckchen als „Parmesan“ verkauft. Um den Fall zu klären, haben sich die italienischen Richter an den Europäischen Gerichtshof gewandt.

          Umstritten ist zunächst, inwieweit sich der Hersteller für die Vergangenheit auf eine fünfjährige Übergangsregelung berufen kann, die allerdings in wenigen Tagen, am 12. Juni, auslaufen würde. Weiter wollen die italienischen Richter wissen, ob der Verkauf außerhalb Italiens zulässig ist, wenn die betroffenen anderen europäischen Staaten dagegen keine Einwände haben.

          Zudem vertritt Deutschland in dem Verfahren die Ansicht, der europaweite Schutz gelte nur für die italienische Bezeichnung „Parmigiano Reggiano“; dagegen macht ein italienischer Produzenten-Verband geltend, „Parmesan“ sei lediglich die Übersetzung oder zumindest eine „verwechselbare Bezeichnung“ und dürfe deshalb ebenfalls nur von den norditalienischen Herstellern verwendet werden.



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