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Niederlande : Der Premier, an dem alles abperlt

Mark Rutte: Einer, der bleibt. Bild: EPA

Mark Rutte ist jetzt der am längsten amtierende Regierungschef der Niederlande. Seinen Blick auf die Wirtschaft hat der einstige Unilever-Mann geändert.

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          Im April vergangenen Jahres schien es nun aber wirklich so weit: Dieses Mal würde Mark Rutte nicht als ­nieder­län­discher Ministerpräsident überleben. Kurz nach der Parlamentswahl kam durch einen unglücklichen Zufall heraus: In der informellen Sondierung über ein neues Kabinett hatten sich Gesprächspartner damit befasst, wie ein höchst fähiger, aber eigensinniger Politiker des christdemokratischen Koalitionspartners wegzuloben sei. Rutte stritt ab, daran teilgenommen zu haben.

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das stellte sich schnell als unwahr heraus. Daraufhin beteuerte der Premier, er habe nicht gelogen, sondern sich „falsch erinnert“. Auf ähnliche Gedächtnismängel hatte Rutte sich schon zu anderen Gelegenheiten berufen, und immer war er damit durchgekommen. Diesmal aber wurde die Lage ernst wie nie. Er überstand zwar knapp einen Misstrauensantrag in der Zweiten Kammer; aber auch die Koalitionspartner seiner bisherigen Regierung stimmten für eine mildere Form, einen Missbilligungsantrag. Nur seine eigene rechtsliberale Partei VVD hielt zu ihm, auch sie mit offenkundigen Schmerzen. Das Vertrauen unter seinen politischen Partnern schien irreparabel zerstört.

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