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Marissa Mayer : Die Yahoo-Chefin verschläft

Hellwach: Marissa Mayer Bild: AP

Eigentlich sollte Marissa Mayer bei einem Geschäftsessen in Cannes Werbedollar für ihren Internetkonzern einsammeln. Ein kleines Nickerchen vermasselte das Vorhaben.

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          Ja, so ein Werbekongress kann verdammt anstrengend sein. Erst der Jetlag, dann lauter Termine – ein Himmelreich für ein Nickerchen. Das dachte sich vergangene Woche wohl auch die Vorstandsvorsitzende von Yahoo, Marissa Mayer, und legte sich vor einem Abendessen mit wichtigen Kunden im französischen Cannes aufs Ohr. Schade nur, dass sie dabei offenbar in einen Tiefschlaf verfiel, jedenfalls verschlief Mayer einen Großteil der Veranstaltung, bei der sie dringend nötige Werbe-Dollar für den schwächelnden Internetkonzern hätte einwerben können.

          Julia Löhr
          (loe.), Wirtschaft

          Fast zwei Stunden zu spät soll Mayer angeblich in das Restaurant L’Oasis gekommen sein, berichteten Teilnehmer dem „Wall Street Journal“ und dem Mediendienst „Business Insider“. „Wäre es eine Vorstandssitzung gewesen, es hätte sie sicherlich jemand aufgeweckt“, wird einer der Enttäuschten zitiert. Die Werbekundschaft, darunter der Konsumgüterriese Mondelez, sieht in Mayers Verschlafen einen weiteren Beweis dafür, dass sie die Bedeutung des Werbegeschäfts immer noch nicht begriffen habe. Als Mayer schließlich im Restaurant auftauchte, hatte sich der Chef des Agenturkonzerns Interpublic, Michael Roth, bereits verabschiedet.

          Auch sonst machte Mayer in Cannes eine unglückliche Figur. Ihren Vortrag im Rahmen des Kongressprogramms empfanden die Zuhörer als eine Dauerwerbesendung für Yahoo. Sie machten ihrem Unmut auf Twitter Luft. Und dann war da noch die Privatveranstaltung von WPP, dem größten Werbekonzern der Welt. Auch dort sorgte Mayers offenbar stoisch abgelesene Präsentation für Verwunderung. WPP-Chef Martin Sorrell soll Mayer im Anschluss regelrecht gegrillt haben. Ob er es eigentlich persönlich nehmen solle, dass sie seine E-Mails nicht beantworte? Yahoo äußerte sich zu den Vorwürfen nicht. Nur so viel: Man schätze die Zusammenarbeit mit den Werbekunden.

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