https://www.faz.net/-gqe-t1o9

: Marconi belastet Ericsson

  • Aktualisiert am

jcw. FRANKFURT, 21. Juli. Der Netzwerkausrüster Ericsson hat auch im zweiten Quartal des Jahres unter den Kosten der Integration des übernommenen Wettbewerbers Marconi gelitten. So weist der Marktführer für Mobilfunknetze zwar einen ...

          jcw. FRANKFURT, 21. Juli. Der Netzwerkausrüster Ericsson hat auch im zweiten Quartal des Jahres unter den Kosten der Integration des übernommenen Wettbewerbers Marconi gelitten. So weist der Marktführer für Mobilfunknetze zwar einen um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigerten Umsatz von 44,2 Milliarden Kronen oder umgerechnet 4,8 Milliarden Euro aus, der Gewinn aber ist um zwei Prozent auf 5,7 Milliarden Kronen (622 Millionen Euro) gefallen. Das Ergebnis je Aktie verringerte sich leicht auf 36 Cent. Auch im ersten Quartal waren die Ericsson-Zahlen durch die Übernahme beeinträchtigt worden. Nach Angaben des Unternehmens verläuft die Marconi-Integration aber nach Plan. Dabei wurden bisher rund 1000 Stellen gestrichen. Weitere 600 Stellen würden im dritten Quartal folgen, heißt es bei Ericsson. Entsprechend der drückenden Kostenlast für die Restrukturierung waren die Anleger nicht begeistert. Der Kurs der Ericsson-Aktie verlor nach Bekanntgabe der Zahlen zunächst drei Prozent an Wert. Im Handelsverlauf verringerte sich das Minus aber auf etwa 1 Prozent.

          Zu den anfänglichen Kursverlusten dürfte auch beigetragen haben, daß das Umsatzplus eher unter den Erwartungen der Analysten gelegen hatte. Auf der anderen Seite hingegen wurde positiv herausgehoben, daß die operative Marge im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres wieder etwas gestiegen ist und jetzt bei 18,7 Prozent liegt - was immer noch weniger ist als die 21,6 Prozent, die im Vergleichszeitraum 2005 erwirtschaftet wurden.

          Carl-Henric Svanberg, der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, betonte: "Marconi ist eine tragende Säule für das Unternehmen." Damit sei Ericsson auch für die Entwicklung auf dem Markt für die nächste Generation der Festnetze (Next Generation Networks) gut positioniert. Bisher macht der schwedische Konzern den weitaus größten Teil seines Geschäftes mit Mobilfunkausrüstung, auf die rund 30 Milliarden Kronen des Umsatzes entfallen. Das Festnetzgeschäft trägt bisher nur mit rund 2 Milliarden Kronen zum Umsatz bei. Dieser Betrag soll sich nach Angaben von Svanberg aber deutlich erhöhen. So rechnet er damit, daß künftig sehr viel öfter Fernsehangebote über die Netze der Telefongesellschaften übertragen werden - wie es die Deutsche Telekom in Deutschland gerade plant. Dies IPTV (Internet-Protokoll-TV) werde zum stärksten Treiber für neuen Datenverkehr in den künftigen Netzen, und von der dafür notwendigen Netzaufrüstung wolle auch Ericsson profitieren. Auch in den Mobilfunknetzen würde der Datenstrom durch Fernsehangebote künftig deutlich ansteigen, erwartet Svanberg.

          Das größte Wachstum kommt auf diesem Gebiet aber von den weiter sprunghaft steigenden Nutzerzahlen im internationalen Mobilfunk. Bis zum Jahr 2007 sollen etwa drei Milliarden Menschen auf der Welt mobil telefonieren, heute liegt dieser Wert bei 2,5 Milliarden, was rund 38 Prozent der Weltbevölkerung entspricht.

          Weitere Themen

          Axel Voss auf der Gamescom Video-Seite öffnen

          „Dont kill the Messenger“ : Axel Voss auf der Gamescom

          Wir haben einen Rundgang über das Kölner Messegelände mit Axel Voss, dem wohl polarisierendsten Besucher der diesjährigen Gamescom unternommen und uns mit ihm über die Debatte um Artikel 13, seine Bekanntheit bei jüngeren Gamern und Minecraft unterhalten.

          Topmeldungen

          Es ist das erste Mal, dass Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel ausrichtet.

          G-7-Gipfel : Wer reden will, soll ruhig reden

          In Biarritz inszeniert Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel voller Überraschungen. Er überrumpelt Trump und lässt den iranischen Außenminister einfliegen. Ganz offensichtlich hat der französische Präsident aus seinem Anfängerfehler gelernt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.