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Mannesmann-Prozeß : Gericht sieht keine Straftaten

  • Aktualisiert am

Rechtsgespräch mit Richterin Koppenhöfer Bild: AP

Im Mannesmann-Verfahren sind die Angeklagten, darunter Deutsche-Bank-Chef Ackermann, nach Ansicht von Richterin Koppenhöfer in wesentlichen Punkten entlastet worden. Mit FAZ.NET-Spezial.

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          Im Mannesmann-Prozeß können alle Angeklagten nach dem bisherigen Stand der Beweisaufnahme mit Freisprüchen rechnen.

          Die umstrittenen Millionenprämien nach der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone seien zum Teil aktienrechtlich unzulässig gewesen, weil sie nicht im Interesse des Unternehmen gelegen hätten, sagte die Vorsitzende Richterin, Brigitte Koppenhöfer, am Mittwoch in Düsseldorf nach einem Rechtsgespräch mit den Beteiligten.

          Dennoch sei bislang keine strafbare Untreue erkennbar, weil eine gravierende Pflichtverletzung nicht nachzuweisen sei.

          Zwischenbilanz im Mannesmann.Prozeß

          Zivilrechtliche Konsequenzen möglich

          Ein Gerichtssprecher ergänzte, damit müßten die Angeklagten, unter ihnen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, nur mit zivilrechtlichen Konsequenzen rechnen. Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser sagte, er rechne nun mit einem Freispruch.

          Seit Ende Januar müssen sich sechs führende deutsche Manager und Gewerkschafter wegen Untreue oder Beihilfe dazu vor Gericht verantworten. Angeklagt sind neben Ackermann, der frühere IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel sowie Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser.

          Insgesamt geht es um Prämien in Höhe von rund 60 Millionen Euro, die nach der Übernahme von Mannesmann durch den britischen Mobilfunkriesen Vodafone vor vier Jahren an Mannesmann-Top-Manager und -Pensionäre geflossen sind.

          Rechtsgespräch von Ackermanns Anwalt beantragt

          Hintergrund des Rechtsgespräches im Mannesmann-Prozeß ist ein Beweisantrag der Verteidigung des Deutsche-Bank-Chefs Ackermann. Sein Anwalt Eberhard Kempf hatte die Forderung gestellt, ein Sachverständigengutachten zu zentralen Fragen des Prozesses einzuholen. Darin sollten unter anderem die Rechtmäßigkeit der Prämienzahlungen an die Ex-Mannesmann-Manager und ihre Angemessenheit geprüft werden.

          Ein Rechtsgespräch wie im Fall Mannesmann bietet den Verfahrensbeteiligten die Möglichkeit, nach einem Kompromiß zu suchen. Viele Richter leiten das Rechtsgespräch damit ein, daß sie die Beteiligten auf die wesentlichen Probleme des Falles hinweisen. Je nach Mentalität lassen manche schon sehr deutlich durchblicken, ob sie für die Klage Erfolgsaussichten sehen oder nicht.

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