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Vereinsgröße : Manchester United ist der Krösus der Fußballwelt

Europa League gewonnen: Manchester United kann sich freuen – auch über den Umsatz. Bild: WITTERS

Der internationale Fußballmarkt wächst ungehindert weiter: So wird der englische Verein Manchester United mit 3 Milliarden Euro taxiert. Bayern München holt derweil gegen Real Madrid und den FC Barcelona auf.

          Das Wachstum auf dem internationalen Fußballmarkt hält unvermindert an. So hat Manchester United als erster Klub der Welt den Unternehmenswert auf etwas mehr als drei Milliarden Euro gesteigert. Zugleich konnte der FC Bayern seine Position unter den europäischen Spitzenvereinen mit einem Wert von rund 2,4 Milliarden Euro als Vierter verbessern und in der Rangliste den Abstand zu Real Madrid (2,9 Milliarden) und dem FC Barcelona (2,7 Milliarden) verringern.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Beratungsunternehmens KPMG, welche dieser Zeitung vorab vorliegt. Die Wirtschaftsprüfer haben in der Bewertung Punkte wie Rentabilität, Popularität, Eigentumsverhältnisse (Stadion), Übertragungsrechte und sportliches Potential zugrunde gelegt – für die Saison 2015/2016. Die aktuelle Spielzeit ist noch nicht abgeschlossen. „Bayern München befindet sich mit den Großen aus der Fußballwelt in einem globalen Wettbewerb“, sagte der Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Dienstag der F.A.Z. „In diesem Wettbewerb müssen wir uns mit Topmannschaften insbesondere aus England und Spanien messen und sind deshalb glücklich darüber, dass das in der Bewertung zum Ausdruck kommt.“

          Die 32 führenden Fußballklubs generieren derweil einen gemeinsamen Rekordwert ihrer Unternehmungen von fast 30 Milliarden Euro. Dies sind 14 Prozent mehr als im vergleichbaren Zeitraum 2014/2015. „Zum Teil resultiert das Ergebnis vom TV-Boom, andere Gründe für das Wachstum sind aber auch die Strategien zur Internationalisierung des Geschäfts, Investitionen der Vereine in eine moderne Infrastruktur und insgesamt eine nachhaltigere Unternehmensführung in den Klubs“, sagte KPMG-Berater Andrea Sartori, Autor der Studie.

          Manchester United punktet beim Wert

          Bemerkenswert ist, dass Manchester United seinen Wert diesmal um 7 Prozent steigern konnte, obwohl der Verein in der Saison 2015/2016 frühzeitig aus der Champions League ausschied und somit TV-Geld-Zahlungen im hohen zweistelligen Millionenbereich ausblieben und eine wichtige internationale Präsentationsfläche für neue Fanbeziehungen zeitweilig wegbrach. In der vergangenen Woche konnte Manchester United nun den Titel in der Europa League gewinnen und sich darüber trotz eines sechsten Platzes in der englischen Premier League für die nächste Runde in der Champions League qualifizieren. Zurückzuführen ist der wirtschaftliche Erfolg von Manchester United auf die hohen TV-Einnahmen der englischen Vereine auf ihrem heimischen Markt, aber auch die anhaltenden Vermarktungserfolge in Asien und Nordamerika. In der Umsatzrentabilität ist der Verein aus dem englischen Norden besser als seine Verfolger aus Madrid, Barcelona sowie München und kommt auf rund 12 Prozent. Den besten Wert erreicht hier der portugiesische Klub Benfica Lissabon mit 30 Prozent vor Tottenham Hotspur (24 Prozent) und Atlético Madrid (23 Prozent).

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          Der FC Bayern München holt in der Spitzengruppe auf und konnte seinen Unternehmenswert um 14 Prozent steigern. Die Münchner machten in der vorvergangenen Saison bei einem Umsatz von 592 Euro (627 Millionen mit Transfererlösen) 33 Millionen Gewinn nach Steuern. In der Relation des Personalaufwands zum Umsatz liegen die Bayern mit 44 Prozent unter den Topklubs in Europa ganz vorne. In der FC Bayern München AG hält der Verein die Dreiviertelmehrheit der Anteile. Die Dax-Konzerne Adidas, Audi und Allianz sind zu je 8,33 Prozent beteiligt. Der Klub profitiert heute davon, dass er schon im Geschäftsjahr 2014/15 die Kosten fürs Stadion in Höhe von 346 Millionen Euro 16 Jahre früher als ursprünglich geplant abbezahlt hat. Treiber beim Umsatz waren zuletzt vor allem auch die Einkünfte durch die Sponsoren, die um 49 Prozent gesteigert werden konnten.

          Real Madrid verliert Führung

          Unter den 32 besten Klubs liegt Borussia Dortmund mit einem Unternehmenswert von 971 Millionen Euro und einem Plus von 17 Prozent auf Rang 12. Schalke 04 ist als dritter deutscher Verein auf Platz 14 – mit einem Plus von 11 Prozent und 691 Millionen Euro. Im europäischen Umsatzranking (ohne Transfererlöse) der Wirtschaftsberatung Deloitte liegen Dortmund (284 Millionen) und Schalke (220 Millionen) auf den Plätzen elf und 14. Erstmals nach elf Jahren hatte hier Real Madrid die Führung verloren. Auch hier steht Manchester United mit einem Jahresumsatz von 689 Millionen Euro ganz vorne, gefolgt von dem FC Barcelona und Real Madrid mit je 620 Millionen. Der FC Bayern rangiert mit 592 Millionen auf Platz vier vor Manchester City (525 Millionen). In der KPMG-Rangliste zum Unternehmenswert belegt Manchester City mit rund 2 Milliarden Euro (plus 22 Prozent) ebenfalls Platz fünf.

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          Extraschub erhalten die englischen Vereine vor allem durch die außerordentlichen Steigerungen in der Fernsehvermarktung. Seit der abgelaufenen Saison erhalten die 20 Klubs in der Premier League allein aus Verträgen auf der Insel jedes Jahr 1,7 Milliarden Pfund (zwei Milliarden Euro). Die Bundesliga bekommt bisher jede Spielzeit rund 628 Millionen Euro, dieser Betrag springt von der nächsten Saison an auf rund 1,2 Milliarden Euro.

          Die acht englischen Klubs unter den 32 wertvollsten in Europa decken 40 Prozent der gesamten Unternehmenswerte ab. Spanien ist mit sechs Klubs (25 Prozent), Italien ebenso mit sechs Vereinen (11 Prozent) und die deutsche Bundesliga mit drei Klubs (14 Prozent) vertreten.

          In einer früheren Version des Textes hieß es, Manchester United hätte in der Saison 2015/2016 „mangels sportlicher Qualifikation weder an der Champions League noch an der Europa League teilgenommen“. Ein freundlicher Leser hat uns auf den Fehler hingewiesen. Nun ist er korrigiert.

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