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Managergehälter : VW-Chef Winterkorn erhält 17,4 Millionen Euro

  • Aktualisiert am

Ein gutes Jahr für VW-Chef Martin Winterkorn Bild: dapd

Europas größter Autobauer blickt auf ein Rekordjahr zurück. Auch VW-Chef Martin Winterkorn erreicht mit seinem Gehalt eine neue Bestmarke. Winterkorn erhält 17,4 Millionen Euro - mehr als jemals zuvor ein Manager in einem Dax-Unternehmen.

          Der Rekordgewinn bei Volkswagen hat sich auch für die acht Männer im VW-Vorstand in klingender Münze ausgezahlt: 2011 erhielt der Vorstand mehr als 70 Millionen Euro, fast doppelt so viel wie im Vorjahr mit knapp 37 Millionen Euro. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht hervor. Den Angaben zufolge bekommt allein Konzernchef Martin Winterkorn über 17,4 Millionen Euro. Seine Kollegen verdienen jeweils zwischen 7,2 und 8,1 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte Winterkorn noch 9,3 Millionen Euro verdient und setzte sich damit an die Spitze der Dax-Konzerne.

          Basis des Gehalts der Top-Manager ist ein fester Sockel, der aber nur einen vergleichsweise geringen Anteil am Gesamtverdienst ausmacht. Ein variabler Bonus, der sich an der Geschäftsentwicklung der vergangenen zwei Jahre orientiert, fällt weit höher aus. Das Fixgehalt ohne Altersvorsorge und Nebenleistungen macht der Unternehmensberatung Towers Watson zufolge weniger als ein Drittel der Gesamtvergütung aus, der Rest sind Boni und langfristige Vergütungsteile.

          Doch immer mehr Unternehmen zahlen zumindest einen Teil der Bezüge erst mit zeitlicher Verzögerung zahlen. Auch die VW-Führungsriege hat seit 2010 Anspruch auf einen sogenannten langfristigen Anreiz, in dessen Berechnung unter anderem die Absatz- und Renditesteigerung sowie die Kundenzufriedenheit einfließen. Die Mitglieder des VW-Aufsichtsrats bekommen knapp 7,4 Millionen Euro.

          Bei Volkswagen profitieren auch die Mitarbeiter vom Rekordgewinn, der im vergangenen Geschäftsjahr unterm Strich 15,8 Milliarden Euro betrug. Die Tarifbeschäftigten der VW AG in den sechs westdeutschen Werken werden mit einer Prämie von 7500 Euro brutto belohnt - fast 90 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Angaben des Betriebsrats ist es die höchste Erfolgsbeteiligung, die der Konzern seinen tarifgebundenen Mitarbeitern bislang gezahlt hat.

          Die Aktionäre werden ebenfalls belohnt: Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 19. April in Hamburg eine Erhöhung der Dividende um 80 Cent je Papier vor. Pro Stammaktie sollen dann exakt 3,00 Euro, pro Vorzugsaktie 3,06 Euro ausgeschüttet werden.
           

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