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Managergehälter : Industrie überflügelt die Banken

In 30 Jahren legten die Gehälter im Durchschnitt von 200.000 auf 700.000 Euro zu Bild: dpa

Die Gehälter von Bankvorständen in Deutschland sind einer neuen Studie zufolge in den vergangenen 30 Jahren offenbar weniger stark gestiegen als in der Industrie.

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          Die Bezahlung der Vorstandsmitglieder in der Bankbranche ist in Deutschland in den vergangenen 30 Jahren offenbar geringer gestiegen als häufig angenommen und bleibt hinter dem Anstieg der Managergehälter in der Industrie zurück. Das geht aus einer neuen Studie der Münchner Wirtschaftswissenschaftlerin Dalia Marin und Francesca Fabbri von der britischen „University of East Anglia“ hervor, die das Wirtschaftsforschungsinstitut Bruegel jetzt in Brüssel vorgestellt hat.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Die durchschnittliche Bezahlung der Vorstandsmitglieder in Deutschland inklusive fester Lohnbestandteile, Aktienoptionen und Boni hat sich laut der Studie in den Jahren von 1977 bis 2009 in allen Branchen inflationsbereinigt von 200.000 Euro auf 700.000 Euro erhöht - wobei die Gehälter während der Rezession 2009 um 18 Prozent gefallen sind und damit stärker als in allen vorangegangenen Rezessionen.

          In der Finanzbranche stiegen die Managergehälter zwar bis zum Platzen der „New-Economy-Blase“ im Jahr 2000 ebenfalls stark von 220.000 auf 700000 Euro an, fielen seither aber und lagen schon vor Beginn der aktuellen Krise bei nur 450.000 Euro.

          In den Vereinigten Staaten versechsfachten sich die Managergehälter im vergleichbaren Zeitraum. Die Studie basiert auf von der Beratungsgesellschaft Kienbaum ermittelten Daten über die Entlohnung und Zusammensetzung des Vorstands, den Nettogewinn, den Umsatz sowie die Bilanzsumme von Banken. Eingeflossen in die Untersuchung sind die Daten der 500 größten Unternehmen.

          Ziel der Untersuchung war, zwei Hypothesen zu testen: erstens, dass die Entlohnung des Vorstands - wie die Havard-Ökonomen Lucian Bebchuk und Jesse Fried aus Berkeley behaupten - weitgehend vom Vorstand selbst, auch auf Kosten der Aktionäre festgelegt wird, also nicht von der Entwicklung des Gewinns abhängt; und zweitens, dass die Entwicklung der Gehälter von der Größe des Unternehmens abhängt, weil für größere Unternehmen die Qualität des Vorstands wichtiger ist. Diese These haben die Ökonomen Xavier Gabaix and Augustin Landier aufgestellt.

          Gehaltsentwicklung offenbar unabhängig vom Gewinn

          Die empirische Überprüfung der Thesen ergibt zweierlei. Zum einen gibt es hierzulande keinen Beleg dafür, dass die Entwicklung der Managergehälter an die Entwicklung des Gewinns des jeweiligen Unternehmens gekoppelt ist. Entscheidend ist offenbar die Entwicklung des Gewinns in der jeweiligen Branche. Das stützt die These, dass Vorstandsmitglieder starken Einfluss darauf haben, wie sie entlohnt werden. In der Finanzbranche sieht das allerdings anders aus. Hier glauben Marin und Fabbri einen Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Bilanzsumme und der Vorstandsentlohnung belegen zu können. Das dürfte unter anderem damit zusammenhängen, dass Bankmanager einen höheren Anteil an erfolgsbedingter Entlohnung haben als Manager in der Industrie.

          Die Analyse zeigt auch, dass kein Zusammenhang zwischen der Größe des Unternehmens und der Managerentlohnung besteht. Entscheidender für Managergehälter scheint ein anderer Faktor zu sein: die Wettbewerbsintensität um Spitzenkräfte. Vor allem in der Finanzbranche haben Marin und Fabbri in der Studie in den vergangenen 20 Jahren einen Zusammenhang zwischen dem wachsenden Wettbewerb um Manager und der Entwicklung der Managergehälter ausgemacht.

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