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Managergehälter : Der unberechenbare Aktionär

Katarina Barley sieht in Aktionärs-Meinungen nur einen beratenden Charakter. Bild: dpa

Die Neufassung der EU-Aktionärsrechtrichtlinie sollte Anteileignern unter anderem mehr Mitspracherechte bei Spitzengehältern einräumen. Nun steht die Umsetzung in deutsches Recht – leider nur unverbindlich.

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          Eigentlich sollten die Aktionäre der deutschen Großunternehmen mehr Einfluss auf die Gehälter der Spitzenmanager bekommen. So war es zumindest einmal geplant und angekündigt. Die Europäische Union hat sich für die Neufassung der EU-Aktionärsrechterichtlinie viel Zeit genommen und sie schließlich im Mai 2017 beschlossen. Doch so, wie Bundesjustizministerin Katarina Barley die Richtlinie jetzt in deutsches Recht umsetzen will, hält sich der Machtzuwachs der Aktionäre in Grenzen.

          Tillmann Neuscheler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Gewiss, künftig werden die Unternehmen dazu verpflichtet, auf der Hauptversammlung regelmäßig über die Gehälter der Vorstände und Aufsichtsräte abstimmen zu lassen. Mindestens alle vier Jahre über die grundsätzliche Vergütungspolitik, zudem bei jeder Änderung. Außerdem soll jährlich über den Vergütungsbericht abgestimmt werden, also die tatsächlich erfolgten Auszahlungen der Spitzenmanager im abgelaufenen Geschäftsjahr. Das ist zwar erfreulich, aber auch kein so großer Fortschritt, wie nun von Seiten des Justizministeriums getan wird. Denn schon heute lassen viele Unternehmen – vor allem die Dax-Konzerne – über die Vorstandsgehälter abstimmen. Die strengere Pflicht zur Regelmäßigkeit wird immerhin dafür sorgen, dass sich auch Manager unterhalb der obersten Börsenliga nicht mehr vor den Eigentümern der Unternehmen, den Aktionären, verstecken können.

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