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100.000 Follower für VW-Chef : Die Dax-Spitzenmanager entdecken Social Media

Von links nach rechts: Tim Höttges (Deutsche Telekom), Herbert Diess (Volkswagen), Joe Kaeser (Siemens) Bild: Reuters, dpa, AFP

Die meisten deutschen Manager fremdeln noch mit der Rolle von Influencern und sozialen Medien. Zwar sind einige aktiv, ihre Follower-Zahlen liegen aber weit hinter denen amerikanischer Spitzenmanager.

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          Während Politiker, Sportler und Musiker schon seit Jahren die Kanäle der sozialen Medien teils virtuos nutzen, um mit ihren Anhängern zu kommunizieren, zeigen sich die deutschen Manager noch immer erstaunlich scheu. Das ändert sich zwar, aber nur langsam. Am ehesten findet man die Vorstandsvorsitzenden der 30 Dax-Unternehmen noch im beruflichen Netzwerk Linkedin, wie eine aktuelle Auszählung der Beratungsunternehmen Egon Zehnder und Kearney zeigt. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Dax-Chefs verfügt dort über ein eigenes Profil. Immerhin noch 23 Prozent der Dax-Chefs nutzen den Kurznachrichtendienst Twitter. Das Fotonetzwerk Instagram bespielen nur 17 Prozent und Xing lediglich 13 Prozent.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nur wenige Vorstandsvorsitzende nutzen ihre Social-Media-Präsenz strategisch. Am auffälligsten ist VW-Chef Herbert Diess, der in diesem Jahr als erster Dax-Chef die Zahl von 100.000 Followern auf Linkedin überschritten hat. Auch der Chef der Deutschen Telekom, Tim Höttges, ist dort sehr aktiv. Siemens-Chef Joe Kaeser nutzt dagegen vorwiegend den Kurznachrichtendienst Twitter.

          Im Vergleich mit ihren amerikanischen Kollegen zeigt sich, wie zurückhaltend die deutschen Spitzenmanager noch sind. In den Vereinigten Staaten erreichen die Chefs großer Unternehmen in den sozialen Medien teils Reichweiten, die mit Sportstars und Spitzenpolitikern vergleichbar sind: Microsoft-Chef Satya Nadella verfügt über 8 Millionen Follower auf Linkedin. Tesla-Chef Elon Musk hat sogar mehr als 40 Millionen Twitter-Follower. Seine teils offenbar aus dem Affekt geschriebenen Nachrichten („Der Tesla-Aktienkurs ist meiner Meinung nach zu hoch“) haben ihm aber auch schon Ärger mit der amerikanischen Börsenaufsicht beschert.

          Tesla-Gründer Elon Musk folgen mehr als 40 Millionen Nutzer auf Twitter
          Tesla-Gründer Elon Musk folgen mehr als 40 Millionen Nutzer auf Twitter : Bild: EPA

          Die Studienautoren empfehlen den deutschen Spitzenmanagern, die sozialen Medien entweder sehr engagiert zu nutzen oder gar nicht, aber nicht nur halbherzig. Viele ältere Vorstandschefs seien analog aufgewachsen. Weil in den sozialen Medien vor allem Authentizität zähle, sollten sie nichts erzwingen: „Jeder Führungspersönlichkeit, die sich mit Social Media nicht anfreunden kann, sei empfohlen, es zu lassen, weil sie sonst zu einer Art Karikatur ihrer Unternehmenspersönlichkeit degeneriert“, schreiben die Autoren. Wer aber Spaß daran finde, für den seien die sozialen Medien „ein mächtiges Branding-Instrument“.

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