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Kampf um Ferienwohnungen : Front gegen Airbnb

Bereits 2015 protestieren Bewohner in Barcelona gegen die Nutzung des privaten Wohnraums als Ferienwohnung für Touristen – damals wollten die Anwohner in Spanien ihre Nachbarschaften schützen, heute ist es die Politik, die durchgreifen will. Bild: Reuters

Mallorca verhängt harte Strafen und richtet Zonen ohne Ferienwohnungen ein, Portugal ändert das Mietrecht: Die Politik versucht, Internetvermittler auszusperren. Doch damit stößt sie auch auf Widerstand.

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          Miquel Ensenyat wählte deutliche Worte. „Wenn wir unsere Identität verlieren, geht auch unsere touristische Attraktivität verloren“, sagte warnend der Präsident des Inselrats von Mallorca. Seit Anfang August ist auf der größten Baleareninsel ein neues Tourismusgesetz in Kraft. Nicht nur Mallorca, sondern auch auf der restlichen Iberischen Halbinsel verschärft man den Kampf gegen Internetvermittler wie Airbnb, Tripadvisor und Homeaway: Auch auf dem spanischen Festland und in Portugal versuchen Politiker, neue Dämme gegen die Flut der Touristen zu errichten, die Online-Anbieter in ihre Städte bringen. Die Maßnahmen sind drastisch. Auf Mallorca erhielt Airbnb gerade einen Strafbescheid über 300.000 Euro. Tripadvisor und Homeaway drohen ähnliche Sanktionen, wie sie bisher nur Barcelona – mit noch höheren Beträgen – verhängt hat.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          In allen Fällen scherten sich diese Vermittler nicht um die lokalen Vorschriften. Auf ihren virtuellen Plattformen boten sie weiterhin Ferienwohnungen an, die nicht über die vorgeschriebene Lizenz verfügten. Auf Mallorca ist die Vermietung von Urlaubsapartments in Mehrfamilienhäusern eigentlich schon seit 2012 verboten. „Bisher war die Nachverfolgung schwierig, aber jetzt können auch die Plattformen belangt werden“, sagt eine Sprecherin des balearischen Tourismusministeriums. Kleinere Anbieter wie Booking löschten mittlerweile Vermieter aus ihren Verzeichnissen, die keine Genehmigung vorweisen können.

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