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1MDB-Skandal : Malaysia verkauft beschlagnahmte Yacht für 126 Millionen Dollar

Die Jacht von Jho Low wurde für 126 Millionen Dollar verkauft. Bild: AP

In Malaysia soll eine Bande um den Investor Jho Low den staatlichen Pensionsfonds geplündert haben. Nun wurde die Luxusyacht des Flüchtigen für 126 Millionen Dollar versteigert. Insgesamt geht es aber um viel mehr Geld.

          Passend orchestriert: Währen der frühere malaysische Ministerpräsident Najib Razak in Kuala Lumpur seinen ersten Prozesstag durchlebte, wurde die Yacht des Kopfes der Bande, die das Land ausnahm, nun verkauft. Gekauft hat die Yacht der malaysische Casinobetreiber Genting. Er zahlte für das vom Staat beschlagnahmte Luxusschiff 126 Millionen Dollar.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Es gehörte Jho Low, der die Fäden rund um die Plünderung des Staatsfonds 1Malaysia Development Berhad (1MDB) gezogen haben soll und flüchtig ist. Die Bande, zu der auch Banker von Goldman Sachs und aus der Schweiz gehörten, sollen den Fonds über Jahre ausgenommen und im Luxus gelebt haben. Staatsanwälte rund um die Erde suchen nach Spuren. Angeblich geht es um fast 10 Milliarden Dollar.

          Skandal brachte Regierung zu Fall

          Najib muss sich gegen sieben Anklagepunkte wie Geldwäsche und Amtsmissbrauch verteidigen. In Amerika geht es bald auch um die Rolle von Goldman Sachs. Deren früherer Südostasien-Chef Tim Leissner hatte mit 1MDB hohe Gewinne eingefahren, war aber im vergangenen Jahr geständig. Die Bank hat schon jetzt einen schweren Schaden ihres Rufs hinnehmen müssen. Malaysia will sie auf hohen Schadenersatz verklagen.

          Der ehemalige Premierminister von Malaysia Najib Razak

          Der Skandal um 1MDB hatte Najibs Regierung 2018 zu Fall gebracht. Unterstützer begrüßten ihn vor dem Gericht, wo der Politiker zum Gebet innehielt. Einen Antrag auf Vertagung lehnte der Richter ab. Najib bestreitet alle Vorwürfe.

          Der Staatsanwalt verwies darauf, dass er Malaysia knapp ein Jahrzehnt mit „fast absoluter Macht“ geführt habe, diese aber mit „enormer Verantwortung“ käme. Der Prozess sei auch eine Warnung, dass niemand „über dem Gesetz“ stehe.

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