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Neue Seidenstraße : Malaysia gibt China einen Korb

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Chinas neue Seidenstraße soll perspektivisch von Duisburg über Djibouti bis nach Jakarta führen. Bild: F.A.Z.-Karte

Mit gewaltigen Infrastrukturprojekten will sich China neue Handelswege nach Europa und Afrika erschließen. Doch Malaysia spricht von „Kolonialismus“ – und sagt Projekte mit einem Umfang von 20 Milliarden Dollar ab.

          China muss beim Bau seiner Neuen Seidenstraße einen Rückschlag hinnehmen: Wie malaysische Medien am Dienstag berichteten, habe das Land einer milliardenschweren Bahnstrecke und anderer von China finanzierter Projekte einen Riegel vorgeschoben. Für Peking ist die Vernetzung mit Malysia ein wichtiger Bestandteil seiner Neuen Seidenstraße. Im Zuge dieses gewaltigen Infrastrukturprojektes sollen neue Wirtschaftskorridore von China nach Europa und Afrika entstehen.

          Jetzt unterrichtete Malaysias Premierminister Mahathir Mohamad die chinesische Führung während Gesprächen in Peking vom Ende der Zusammenarbeit. Betroffen sind neben einer etwa 20 Milliarden Dollar (17,5 Milliarden Euro) teuren Bahnverbindung, die mit chinesischen Krediten und Staatsfirmen gebaut werden sollte, auch zwei Pipelines im Wert von 2,3 Milliarden Dollar. Die Projekte waren schon zuvor ausgesetzt worden.

          Kein neuer Kolonialismus gewünscht

          Der Regierungschef sagte den Berichten zufolge, sein Land könne es sich nicht leisten, so viel Geld zurückzahlen. Auch brauche Malaysia diese Projekte derzeit nicht. Der Bau sei zwar zu einem späteren Zeitpunkt noch möglich, derzeit konzentriere man sich aber auf die Reduzierung der Staatsschulden.

          Kritiker der Neuen Seidenstraße mahnen jedoch, dass die vor allem von China finanzierten Projekte zu einer Schuldenfalle für beteiligte Staaten werden könnte, weil sie so abhängiger werden. Schon am Montag hatte der 93-jährige Mahathir sich während seines Besuchs in Peking kritisch geäußert und vor dem wachsenden wirtschaftlicher Einfluss Chinas gewarnt. Man wolle keine Situation, in der es eine neue Version von Kolonialismus gebe.

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