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Geldwäsche durch Wohnungskauf : Immobilienbranche fühlt sich gegen Clans alleingelassen

Wenn ein 18-Jähriger beim Notar mit einer großen Bargeldsumme auftaucht, dann könnte die Finanzbehörde auch einmal von sich aus tätig werden. Bild: dpa

Geldwäsche durch Wohnungskauf gehört zum Geschäftsmodell von Großfamilien. Makler sind bei diesen Praktiken oftmals hoffnungslos überfordert. Allein 2017 gab es 60.000 Verdachtsanzeigen.

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          In immer kürzerem Rhythmus werden Schläge gegen kriminelle Clans vermeldet. Am Mittwoch etwa kam es zu einer Razzia wegen möglichen Sozialbetrugs und Menschenhandels in norddeutschen Rechtsanwaltskanzleien und Wohnungen. Ermittelt wird hier gegen eine polnischstämmige Großfamilie. Meist stammen die kriminellen Clans, die von Polizei und Justiz inzwischen stärker ins Visier genommen werden, allerdings aus dem Nahen Osten. Dazu gehört die Berliner Familie R., die durch Hartz-IV-Betrug – neben einer Reihe anderer Straftaten wie Goldraub – bekannt wurde und besonders deshalb auffiel, weil 78 ihrer Immobilien beschlagnahmt wurden, deren Finanzierung die Familie nicht erklären konnte.

          Corinna Budras

          Redakteurin in der Wirtschaft und für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          Michael Psotta

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

          Der Fall wirft ein Schlaglicht darauf, dass der Kauf von Wohnungen und Häusern zum Geschäftsmodell der Clans gehört. Der Immobilienkauf dient vor allem dazu, das Geld aus Straftaten in den normalen Finanzkreislauf einzuspeisen, um es reinzuwaschen. Diese Geldwäsche ist das finanzielle Herzstück jeder professionell geführten Bande, sie wird häufig über (mitunter ahnungslose) Mittelsmänner wie Immobilienmakler ausgeführt.

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