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Frankreich : Macron: Erst mit 65 in Rente

  • Aktualisiert am

Strebt eine zweite Amtszeit an: Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron Bild: Reuters

Frankreichs Präsident verspricht im Fall seiner Wiederwahl, das Renteneintrittsalter zu erhöhen.

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          niza. Paris ⋅ Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will im Fall seiner Wiederwahl das Renteneintrittsalter von 62 auf 65 Jahre erhöhen. Einen entsprechenden Bericht der Zeitung „Les Échos“ bestätigte ein Regierungssprecher am Donnerstag. Dieser nannte es „prioritär“, dass die Franzosen länger arbeiten, um Steuererhöhungen zu vermeiden. Die Reform würde sich dem Bericht zufolge über neun Jahre erstrecken, also über eine zweite fünfjährige Amtszeit Macrons hinaus. Mit jeder Beitragsgeneration soll der ab­schlags­freie Renteneintritt demnach um vier Monate nach hinten verschoben werden. Zugleich soll an die Stelle des bestehenden komplizierten Systems mit mehr als 40 Pensionskassen ein universelles verständlicheres System treten. Sonderregelungen für die Beschäftigten in Staatsbetrieben wie dem Energieversorger EDF sollen abgeschafft werden. Sozialverträglich abfedern soll die Reform eine monatliche Mindestrente von 1100 Euro, wie der Regierungssprecher weiter sagte.

          An der Reform des französischen Rentensystems hatte sich Macron in seiner im April endenden Amtszeit die Zähne ausgebissen. Das Vorhaben, die verschiedenen Pensionskassen zu ordnen und den Renteneintritt zu erhöhen, hatte vor Ausbruch der Corona-Pandemie Zehntausende auf die Straße gebracht. Im vergangenen November hatte Macron die Reform dann endgültig abgeblasen und sie für seine mögliche zweite Amtszeit in Aussicht gestellt. Bislang war aber immer von einem Renteneintritt mit 64 Jahren die Rede. Dass Macron nun 65 Jahre anvisiert, hat dem Vernehmen nach finanzielle Gründe: Die jährlichen Kosten des Rentensystems belaufen sich mittlerweile auf knapp 330 Milliarden Euro im Jahr, das sind 13,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Zum Vergleich: In Deutschland sind es rund 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

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