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Sanierungsplan : Yahoo will zehn Prozent seiner Stellen abbauen

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Kämpft seit mehr als drei Jahren, kommt aber mit der Sanierung von Yahoo nicht recht auf einen grünen Zweig: Marissa Mayer Bild: AP

Der Internetkonzern Yahoo kämpft seit Jahren mit dieser Frage: Wie kann das Unternehmen im Wettbewerb mit Google und Facebook überleben. Jetzt soll es mehreren Berichten zufolge erst einmal einen radikalen Stellenabbau geben.

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          Der Internetkonzern Yahoo plant offenbar, zehn Prozent seiner Belegschaft abzubauen. Das berichten das Onlineportal „Business Insider“ und die Nachrichtenagentur Bloomberg übereinstimmend und berufen sich auf Quellen, die nicht genannt werden möchten. Die Stellenstreichungen könnten schon von diesem Monat an umgesetzt werden, hieß es.

          Die Folge sei, dass mehr als 1000 Arbeitnehmer das Unternehmen verlassen müssten. Die Abbaupläne beträfen vor allem den Bereich Europa, die Mediensparte und den Bereich Plattform-Technologie.

          Die Vorstandsvorsitzende Marissa Mayer sieht sich schon länger einem großen Kostendruck ausgesetzt, weil der Konzern mit einer Wachstumsschwäche zu kämpfen hat. Der neue Sparplan solle helfen, die Geschäfte des Internetkonzerns zu sanieren, zitierte Bloomberg seine Quelle.

          Mayer, die schon seit mehr als drei Jahren vergeblich versucht, bei Yahoo das Ruder herumzureißen, hatte schon im Oktober angekündigt, dass Yahoo neue strategische Ziele spätestens bei der Bekanntgabe der Zahlen für das vierte Quartal veröffentlichen werde. Das steht in den nächsten Wochen an.

          Scharfe Kritik von Finanzinvestor Starboard

          Erst gestern hatte sich allerdings der Druck auf Mayer noch einmal erhöht: Finanzinvestor Starboard hatte scharfe Kritik an der Yahoo-Unternehmensführung geübt. Anleger hätten jegliches Vertrauen in das Management und den Aufsichtsrat verloren, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben der Investmentgesellschaft an den Konzern. Im Mittelpunkt des Streits stehen unterschiedliche Vorstellungen über den Umgang mit dem Milliarden-Anteil, den Yahoo am chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba hält.

          Mayer hatte im Dezember nach langem Hin und Her erklärt, sich nicht von der 15-prozentigen Beteiligung trennen zu wollen und stattdessen das Kerngeschäft mit Suchmaschinen und Werbung abzuspalten. Starboard wiederum plädiert für eine Separierung der asiatischen Beteiligungen, zu denen neben dem Alibaba-Anteil im Wert von rund 30 Milliarden Dollar auch eine 8,5 Milliarden Dollar schwere Beteiligung an Yahoo Japan gehört. Insidern zufolge haben sich auch andere Investoren dieser Einschätzung angeschlossen.

          Zuletzt war die Kritik an Mayer immer schärfer geworden. Ihr wird vorgeworfen, keine Antwort darauf zu haben, wie Yahoo im Wettbewerb mit Google und Facebook wieder aufholen kann.

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