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Suchmaschine : Google weist Vorwürfe der Europäischen Kommission zurück

  • Aktualisiert am

Google droht eine Milliardenstrafe der EU. Bild: dpa

Google missbraucht nach Ansicht der EU-Wettbewerbshüter seine marktbeherrschende Stellung, um eigene Produkte zu bevorzugen. Doch dafür gibt es gar keine Belege, argumentiert das Unternehmen.

          Der amerikanische Suchmaschinenanbieter Google hat die von der Europäischen Kommission in dem Wettbewerbsverfahren im Frühjahr erhobenen Vorwürfe als unbegründet zurückgewiesen. Die Kommission habe in ihrem Beschwerdeschreiben vom April keine Belege dafür vorgelegt, dass das Unternehmen die Suchergebnisse seines Preisvergleichsportals Google Shopping unrechtmäßig besser plaziere als die Ergebnisse vergleichbarer Einkaufsportale, schreibt der Google-Vizepräsident Kent Walker in einem Blogeintrag vom Donnerstagnachmittag.

          Vor allem aber sei die Hervorhebung der Suchergebnisse von Google Shopping im Sinne des Nutzers, dem damit die Suche nach Produkten erleichtert werde, schreibt Walker weiter. Konkret geht es in dem Streit darum, dass Nutzer von Google, die etwa nach Smartphones oder Turnschuhen suchen, zuoberst Anzeigen des Portals Google Shopping für dieses Produkt angezeigt bekommen.

          Marktanteil von 90 Prozent

          Die Kommission sieht darin einen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung Googles. Das Unternehmen hat in der EU einen Marktanteil von ungefähr 90 Prozent. Die Wettbewerbsbehörde hatte Google deshalb im Frühjahr ultimativ aufgefordert, auf die Vorwürfe zu reagieren. Google hatte dazu bis Ende dieses Monats Zeit. Die Wettbewerbskommission kann als nächsten Schritt Auflagen und eine Kartellbuße in Milliardenhöhe gegen das Unternehmen verhängen.

          Nach Angaben Walkers hat die Kommission von Google unter anderem verlangt, dass das Unternehmen Anzeigen anderer Shoppingportalanbieter prominent in dem ansonsten für Google-Anzeigen reservierten Feld zeige. Das würde die Qualität der Suchergebnisse schädigen, argumentiert Walker. Auch gebe es für einen solchen weitreichenden Einschnitt keine ausreichende juristische Basis. Nach Ansicht von Google wäre das nur der Fall, wenn es um überlebenswichtige Produkte gehe.

          Schärferer Ton der Wettbewerbsbehörde

          Das Wettbewerbsverfahren der EU gegen Google läuft seit 2010. Es geht dabei um verschiedene Geschäftsfelder, in dem das Unternehmen nach Ansicht der Kommission seine marktbeherrschende Stellung missbraucht. Zuletzt hatte die dänische Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager ein neues Verfahren wegen des Umgangs Googles mit dem Smartphone-Betriebssystem Android eingeleitet.

          Vestager hatten den Kurs gegenüber Google nach ihrem Amtsantritt im Herbst des vergangenen Jahres spürbar verschärft. Ihr spanischer Vorgänger Joaquín Almunia hatte im Gegensatz dazu darauf gesetzt, sich im Gegenzug für einige Zugeständnisse außergerichtlich mit dem Unternehmen zu einigen. Er hatte mit dem Suchmaschinenanbieter bereits eine umfassende Vereinbarung ausgehandelt. Dafür war er nicht zuletzt von deutschen Politikern heftig kritisiert worden.

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