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Mobiles Internet : Suchmaschine Google sortiert neu

Google ändert seinen Algorithmus - davon ist auch die EU betroffen. Bild: dpa

Google ändert ab heute seinen Algorithmus: Internetseiten, die auf mobilen Geräten nicht gut funktionieren, rutschen ab. Einige Experten sprechen gar von „Mobilegeddon“. Was hat das zu bedeuten?

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          Wenn es nach Suchmaschinenfachleuten geht, droht einigen Internetseiten von diesem Dienstag an der Untergang. Sie könnten auf den Ergebnisseiten der Suchmaschine Google nach hinten rutschen. Anlass ist ein Ereignis, dass Experten auf das Kofferwort „Mobilegeddon“ getauft haben, das sich aus mobil und Armageddon zusammensetzt. Auslöser dieser Umwälzung ist der amerikanische Suchmaschinenkonzern Google. Er ändert die Programmierung, mit der die Suchmaschine relevante Internetseite findet und sortiert.

          Martin Gropp
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Bei Suchanfragen von mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets soll künftig die Mobilfähigkeit von Internetseiten als Signal in die Algorithmen einfließen. Haben sich die Betreiber der Seiten nicht darauf eingestellt, könnten sie von nun an nicht mehr so weit oben in den Suchergebnissen auftauchen.

          Das ist ein Problem, weil viele Suchmaschinennutzer meist nur die erste Suchergebnisseite durchlesen, bevor sie auf einen der aufgeführten Verweise klicken. „Weil immer mehr Menschen mobile Geräte verwenden, um das Internet zu nutzen, müssen wir unsere Algorithmen darauf anpassen“, hatte Google unlängst mitgeteilt.

          Wie viele Internetseiten von der Neusortierung betroffen sein werden, ist unklar. Allerdings haben sich die großen Google-Konkurrenten auf die Umstellung eingestellt. Das zeigt ein Online-Test, den Google im Internet bereitgestellt hat. Sowohl die Suchseite des Internetkonzerns Yahoo als auch die Startseite der Microsoft-Suchmaschine Bing sind demnach für Mobilgeräte optimiert. Schlechter sieht es dagegen für die Startseite des Internetangebots der Europäischen Union aus. Der Test ergibt, dass www.europa.eu mehrere Schwierigkeiten hat, von denen zuerst die englische Zeitung „Financial Times“ am Montag berichtet hatte.

          Der Text sei „zu klein und schwer lesbar“, die Verweise lägen zu eng nebeneinander. Dass die Seite der EU deshalb in den Google-Ergebnissen an Boden verlieren könnte, enthält eine pikante Note. In der vergangen Woche hat die Europäische Kommission angekündigt, wegen seiner Marktmacht gegen Google ermitteln zu wollen. Allerdings ist die Startseite des Kommissionsauftritts im Netz mobil optimiert.

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