Prognose für 2017 : Google und Facebook sollen 100 Milliarden mit Werbung verdienen
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Ein Google-Manager hat sich gerade für Inhalte auf Youtube bei seinen Werbekunden entschuldigt. Bild: dpa
Onlinewerbung ist weiterhin eine wichtige Einnahme für die Technologiefirmen Google und Facebook. Potentielle Konkurrenten haben sie derzeit nur in China, sagen Marktforscher.
Ein Großteil aller Ausgaben für Werbung im Internet landet in diesem Jahr in den Kassen von zwei großen Technologieunternehmen: Alphabet und Facebook. Das sagen die Fachleute des Marktforschungsunternehmens Emarketer nach einem Bericht des Finanzsender CNBC voraus.
Die Holding Alphabet, zu der die Suchmaschine Google und die Videoplattform Youtube gehören, wird demnach beinahe 73 Milliarden Dollar Werbeeinnahmen erzielen. Das soziale Netzwerk Facebook wiederum kommt nach dieser Prognose auf 34 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen versuchen, zu den Inhalten auf ihrer Seite Anzeigen zu präsentieren, welche die Nutzer gezielt und möglichst personalisiert ansprechen. Jedes Mal, wenn ein Nutzer auf eine Anzeige am Rande einer Google-Suche klickt, klingelt im Konzern die Kasse.
„Dieses Jahr werden Google und Facebook einmal mehr die globalen Anführer der digitalen Werbung (...) durch kontinuierliche Stärke in der mobilen Werbung und bei Videos“, sagte Shelleen Shum, die für Emarketer Trends in der Onlinewerbung analysiert. Das gerade an die Börse gegangene Unternehmen Snapchat werde ungefähr 900 Millionen Dollar durch Werbung erlösen. Die drei chinesischen Technologiekonzerne Baidu, Tencent und Alibaba werden demnach zusammen annähernd 36 Milliarden Dollar Werbeumsätze machen.
„In der nahen Zukunft sind die einzigen potentiellen Rivalen für Google und Facebook die drei chinesischen Firmen Baidu, Alibaba und Tencent“, sagte Expertin Shum. „Sie reiten auf einer Welle steigender verfügbarer Einkommen und einer wachsenden technik-affinen Bevölkerung in China.“
Wie wichtig Werbeeinnahmen für Unternehmen wie Google weiterhin sind, zeigte sich zu Wochenbeginn auch in einer öffentlichen Entschuldigung des Unternehmens. Der für Europa zuständige Manager bat um Verzeihung dafür, dass auf der Plattform Youtube teilweise Werbung im Zusammenhang mit Videos plaziert wurde, die extremistische Inhalte haben. Einige Unternehmen, darunter der britische Einzelhändler Marks & Spencer, die BBC, die Finanzfirmen HSBC und Lloyds, haben ihre Anzeigen deswegen erst einmal eingefroren.