https://www.faz.net/-gqe-8kedb

Härtere Regeln : Ist Whatsapp wie die Telekom?

  • Aktualisiert am

Whatsapp hat mittlerweile mehr als eine Milliarde Nutzer - viel mehr als zum Beispiel die Deutsche Telekom. Was folgt daraus? Bild: dpa

Die großen Telekom-Unternehmen verlieren Umsatz an Anbieter wie Whatsapp und Skype. Wie sehr ähneln sich Konzerne und Internet-Dienste mittlerweile? Die EU hat ihren Schluss wohl gezogen.

          1 Min.

          Die EU-Kommission will offenbar den Internetdiensten Whatsapp und Skype stärker auf die Finger schauen. Angebote, mit denen Nutzer Telefongespräche führen und Nachrichten verschicken, sollten künftig an „Sicherheits- und Vertraulichkeitsauflagen“ der EU halten, berichtet die „Financial Times“ und verweist dabei auf einen Entwurf der EU-Kommission zur Überarbeitung der Telekom-Richtlinien.

          Darin soll unter anderem festgeschrieben werden, wie Whatsapp und ähnliche Anbieter mit Anfragen von Sicherheitsbehörden umgehen. Und auf welche Weise sie Geld mit den Daten ihrer Kunden verdienen dürfen. Die EU-Kommission wollte sich dazu zunächst nicht äußern.

          Gleiche Regeln für alle

          Hinter den geplanten neuen Regeln für die Firmen aus den Vereinigten Staaten steht ein alter Streit. Unternehmen wie Skype argumentieren, dass sie als reine Internet-Anbieter nicht unter die gleichen Gesetze fallen wie die großen Telekom-Konzerne. Diese wiederum führen an, dass die Rivalen die gleichen Dienste anbieten wie sie selbst.

          Die Deutsche Telekom, Telefonica aus Spanien und die französische Orange fordern schon lange gleiche Spielregeln für alle Anbieter. In den vergangenen Jahren verloren die alteingesessenen Telefonkonzerne Milliarden-Umsätze, weil EU-Bürger statt gebührenpflichtiger Telefongespräche und SMS lieber die kostenlosen Dienste der Web-Rivalen nutzen.

          Bislang werden der zu Facebook gehörende Whatsapp-Dienst, Google oder die Microsoft -Tochtergesellschaft Skype in der EU so gut wie nicht reguliert. Dem der Zeitung vorliegenden Kommissionsentwurf zufolge sollen Internet-Kommunikationsdienste, in denen der Nutzer für die Verbindung eine Telefonnummer wählt, eventuell unter die härtere Regulierung für Telekom-Dienste fallen.

          Damit müssten künftig etwa Notrufnummern in die Programme eingebaut werden. Die Kommission will den Entwurf, der Teil einer großangelegten Neuausrichtung der Telekom-Regeln in der Staatengemeinschaft ist, im September vorstellen.

          Weitere Themen

          Mainzer Goldgrube im Kampf gegen die Pandemie Video-Seite öffnen

          Globaler Hoffnungsträger : Mainzer Goldgrube im Kampf gegen die Pandemie

          Voriges Jahr war die Mainzer Biotechnologiefirma Biontech noch weithin unbekannt, nun hat sie sich zum globalen Hoffnungsträger im Kampf gegen die Corona-Pandemie gemausert. Zusammen mit dem amerikanischen Pharmariesen Pfizer entwickelte Biontech einen nach eigenen Angaben zu mehr als 90 Prozent wirksamen Impfstoff gegen das Virus.

          Topmeldungen

          Wollen keine Spaltung: Biden und Harris am 1. Dezember in Wilmington

          Joe Biden gegen Spaltung : Die Botschaft lautet Zuversicht

          Biden glaubt, dass Kompromisse zwischen Demokraten und Republikanern möglich sind – trotz aller Polarisierung. Ein Einlenken beim Abzug der Soldaten aus Deutschland scheint ein erstes Zeichen dafür zu sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.