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Vorstandschef Sundar Pichai : Google ruft Mitarbeiter wegen Trumps Einreise-Verbot zurück

  • Aktualisiert am

Sundar Pichai ist Vorstandsvorsitzender von Google. Bild: Reuters

Donald Trump hat die Einreise von Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern vorübergehend untersagt. Das hat unmittelbare Folgen. Nicht nur ein Konflikt mit einer wichtigen Branche wird offenbar.

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          Das vom amerikanischen Präsidenten Donald Trump erlassene Einreiseverbot wirkt sich unmittelbar aus: Die Führung des Suchmaschinen-Betreibers Google hat derweil in einer internen Mitteilung offenbar ihre Mitarbeiter davor gewarnt, möglicherweise von dem Dekret betroffen zu sein und sie aufgefordert, unverzüglich in die Vereinigten Staaten zurück zu kehren. In dem Schreiben des Vorstandsvorsitzenden Sundar Pichai sei die Rede von mehr als hundert Angestellten, berichtet der Nachrichtendienst „Bloomberg Technology“.

          „Es ist schmerzhaft, die persönlichen Kosten dieses Dekrets auf unsere Kollegen mit anzusehen“, schreibt Pichai demnach. Der aus Indien stammende Spitzenmanager fügt hinzu: „Wir haben unsere Sicht auf Einwanderung immer öffentlich gemacht und werden dies auch weiterhin tun.“

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          Trump verfügt am Freitag, dass Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern zunächst für 90 Tage nicht in die Vereinigten Staaten einreisen dürfen. Dies gilt für Staatsbürger aus Syrien, dem Irak, Iran, Jemen, Sudan, Somalia und Libyen.

          Die Mitarbeiter, um die sich die Google-Führung sorgt, arbeiten normalerweise in den Vereinigten Staaten, reisen aber gelegentlich beruflich oder für den Urlaub ins Ausland, heißt es in dem Bericht weiter. Die Sorge bestehe, dass sie nicht wieder nach Amerika einreisen können, selbst wenn sie über gültige Visa verfügen - weil sie aus einem der betroffenen sieben Länder stammen, teilte eine Person mit, die nicht namentlich genannt wird. „Wir sind besorgt über die Folgen dieses Dekrets und jedes Vorschlages, der Google-Mitarbeitern und ihren Familien Restriktionen auferlegen könnte, oder der erschweren würde, große Talente in die Vereinigten Staaten zu bringen“, teilte eine Sprecherin des Technologie-Unternehmens in einer Mitteilung mit.

          Wie berechtigt diese Angst ist, bestätigte sich kurze Zeit später zunächst direkt. Wie eine Sprecherin des amerikanischen Heimatschutzministeriums sagte, gilt das Einreise-Verbot ausdrücklich auch für Inhaber einer sogenannten Green Card; wer eine solche besitzt, hat (eigentlich) das Recht, in den Vereinigten Staaten zu leben und zu arbeiten, die Karte gilt außerdem als Etappe auf dem Weg zur amerikanischen Staatsbürgerschaft. Am Samstag wiederum teilte das Präsidialamt in Washington mit, dass Inhaber einer „Green Card“ in die Vereinigten Staaten einreisen dürften, sich dafür aber einer Sonderüberprüfung unterziehen müssten; sie sollen dafür eine diplomatische Vertretung des Landes aufsuchen.

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          Die Stellungnahme Googles wiederum offenbart zudem das nach wie vor wohl eher angespannte Verhältnis zwischen der wichtigen amerikanischen Internet-Branche und dem neuen Präsidenten und einigen seiner Mitarbeiter. Sehr kritisch hatte sich auch Facebook-Gründer und Unternehmenschef Mark Zuckerberg zu den Einreiseverboten der neuen Führung in Washington geäußert und den zuvor ergangenen Entscheidungen, mehr Druck auf die schätzungsweise mehrere Millionen illegal in die Vereinigten Staaten eingereisten Menschen zu machen.

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