Vorstandschef Sundar Pichai : Google ruft Mitarbeiter wegen Trumps Einreise-Verbot zurück
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„Meine Großeltern kamen aus Deutschland, Österreich und Polen. Priscillas (Zuckerbergs Frau, a.d.Red.) Eltern flüchteten aus China und Vietnam“, schreibt Zuckerberg in einem Beitrag auf Facebook und fügt an: „Die Vereinigten Staaten sind eine Nation von Einwanderern und wir sollten stolz darauf sein.“
Mit klaren Worten fährt er fort: „Wie viele von euch bin ich besorgt über die Folgen der jüngsten Dekrete, die Präsident Trump unterzeichnet hat. Wir müssen gewährleisten, dass das Land sicher ist, aber wir sollten dies tun, indem wir uns auf diejenigen fokussieren, die wirklich eine Bedrohung darstellen.“
Dass der Facebook-Gründer kein begeisterter Unterstützer des neuen Präsidenten ist, ist schon länger bekannt. Im Wahlkampf standen er wie der überwiegende Teil des Silicon Valley auf Seiten der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton. Als Trump nach seinem Wahlsieg die Führer wichtiger Technologieunternehmen eingeladen hatte zu einem Gespräch, kam Zuckerberg nicht persönlich, sondern entsandte seine Managerin Sheryl Sandberg, während Apple beispielsweise durch den Vorstandsvorsitzenden Tim Cook vertreten war. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter wird angesichts der aktuellen Diskussion übrigens auch darauf hingewiesen, dass zum Beispiel Apple-Mitgründer Steve Jobs einen Vater hatte, der aus der syrischen Stadt Homs stammte.
Iran reagiert mit Einreiseverbot
Derweil haben die amerikanischen Behörden den neuen Erlass offenbar sofort umgesetzt. Nach Berichten der „New York Times“ und der „Washington Post“ haben Flughafenmitarbeiter bereits erste Reisende festgesetzt und ihre Einreise in die Vereinigten Staaten unterbunden. Zwei irakische Flüchtlinge werden demnach am John F. Kennedy-Flughafen in New York festgehalten; deren Anwälte wiederum hätten umgehend Beschwerde eingereicht. Am Flughafen in Kairo sei eine vierköpfige irakische Familie daran gehindert worden, nach New York zu fliegen; sie hatte Flugtickets der Gesellschaft Egypt Air gekauft.
Der Iran hat bereits auf Trumps Dekret reagiert und will seinerseits keine Bürger der Vereinigten Staaten mehr ins Land lassen. Teheran werde als Reaktion auf die „beleidigende Entscheidung der Vereinigten Staaten“ das Prinzip der Gegenseitigkeit walten lassen, bis die Maßnahme wieder aufgehoben werde, erklärte das iranische Außenministerium am Samstag. Trumps Erlass verstoße gegen internationales Recht. Medienberichten zufolge wurde auch mehreren Iranern, die in die Vereinigten Staaten reisen oder nach einem Auslandsaufenthalt dorthin zurückkehren wollten, bereits der Flug verwehrt.
Auch die Türkei kritisierte die Anordnung des neuen amerikanischen Präsidenten. „Wir können das Flüchtlingsproblem nicht lösen, indem wir Mauern errichten“, sagte der türkische Regierungschef Binali Yildirim während einer Pressekonferenz in Ankara auf die Frage, was er von dem von Trump verfügten Einreisestopp halte. Die Türkei ist nicht unter den betroffenen Ländern.