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Kommentar : Gereifte Giganten

Facebook und Google waren dafür bekannt, das Geld mit beiden Händen auszugeben. Inzwischen sind die Konzerne reifer geworden und werden an der Börse belohnt.

          Das soziale Netzwerk Facebook und der kürzlich in die Holdinggesellschaft Alphabet verwandelte Internetkonzern Google gehörten im vergangenen Jahr zu den Gewinnern an der Börse. Beide Unternehmen erfreuen sich beeindruckender Wachstumsraten. Ihre Datenauswertungskünste mögen vielen unheimlich sein, sorgen aber dafür, dass die Werbeeinnahmen sprudeln.

          Bei beiden Unternehmen scheint sich außerdem derzeit ein Mentalitätswandel zu vollziehen. Sie waren einmal dafür bekannt, das Geld mit vollen Händen auszugeben und dabei auch beherzt in Dinge zu investieren, die wenig mit dem Kerngeschäft zu tun haben. Nun aber spricht Alphabet seit einigen Quartalen davon, sich Kostendisziplin verordnet zu haben, und diese Botschaft kommt an der Wall Street glänzend an.

          Ein ähnliches Signal kommt jetzt von Facebook, denn in den vergangenen drei Monaten hat das Unternehmen seine Kosten ungewöhnlich stark im Zaum gehalten, weshalb sich der Gewinn mehr als verdoppelt hat. Die neue Kostendisziplin hat sicher Grenzen, schließlich verstehen sich Alphabet und Facebook wie viele Unternehmen aus dem Silicon Valley als Weltverbesserer, und dazu gehört es, in Zukunftsprojekte zu investieren. Aber ohne Zweifel sind die beiden Online-Giganten ein Stück erwachsener geworden.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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