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Neue Zahlen : Facebook verdient viel mehr Geld - und enttäuscht

  • Aktualisiert am

1,3 Milliarden Mitglieder hat Facebook mittlerweile auf der ganzen Welt. Bild: dpa

Das Werbegeschäft im mobilen Internet hat das weltgrößte soziale Netzwerk im Griff: Sein Umsatz steigt um beinahe 60 Prozent. Allerdings gibt es einen Grund, der den Aktienkurs abstürzen lässt.

          Dank einer großen Nachfrage nach Werbeanzeigen auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets hat Facebook den Umsatz im dritten Quartal um 59 Prozent gesteigert. Betrug er noch vor einem Jahr gut 2 Milliarden Dollar, waren es im abgelaufenen Quartal 3,2 Milliarden Dollar, teilte das Unternehmen mit. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen: Analysten hatten im Schnitt mit 3,12 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn verdoppelte sich fast auf 806 Millionen Dollar.

          Facebook kann offenbar mit dem Trend zum mobilen Internet mithalten. Die Reklame auf diesen Geräten machte verglichen mit dem gesamten Werbeumsatz 66 Prozent aus. Vor einem Jahr waren es noch 49 Prozent gewesen. Insgesamt stieg die Zahl der monatlichen Nutzer um 14 Prozent auf 1,35 Milliarden Menschen. 864 Millionen loggen sich demnach jeden Tag ein.

          Erstmals auch Zahlen zu WhatsApp

          Gleichwohl verärgerte der Internet-Konzern die Börsianer mit den Aussichten für die kommenden Monaten. Nachbörslich verringerte sich der Aktienkurs um zehn Prozent. Der Grund: Für das vierte Quartal erwartet Facebook ein langsameres Wachstum, der Umsatz soll dann zwischen 40 und 47 Prozent zulegen. Zugleich stellte der kalifornische Konzern die Investoren auf steigende Kosten im kommenden Jahr ein: Sie würden wahrscheinlich zwischen 55 und 75 Prozent im Vergleich zu 2014 wachsen.

          Der Analyst Ben Schachter von Macquarie Research sagte, Facebook zeige, dass es nach wie vor eine große Nachfrage nach den Angeboten des Konzerns gebe - sowohl von Nutzern des Online-Netzwerkes als auch von Firmen, die Geld für Werbung ausgäben.

          Erstmals gab Facebook auch Details zur neuen Tochtergesellschaft WhatsApp bekannt, die es für 22 Milliarden Dollar gekauft hatte. Die Firma schrieb in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Verlust von 232,5 Millionen Dollar, nach 58,8 Millionen Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

          Analyst Schachter sagte, Investoren sähen ein, dass das Engagement bei WhatsApp, das viele Smartphone-Nutzer als SMS-Ersatz nutzen, langfristig sei. Am wichtigsten sei im Moment, mehr Nutzer zu gewinnen. Bei der Chat-Software sind keine Anzeigen zu sehen. Zuckerberg hatte erklärt, dass er es nicht eilig habe, mit WhatsApp Geld zu verdienen.

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