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Online-Versandhandel : Amazon will Privatpersonen zu Lieferanten machen

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Wer viel Platz im Auto hat, kann künftig vielleicht viele Pakete für Amazon ausfahren. Bild: dpa

Auf dem Weg zur Arbeit ein paar Päckchen ausliefern und so die Kasse aufbessern – einem Medienbericht zufolge entwickelt Amazon eine App, um mit Hilfe von Privatpersonen seine Lieferkosten einzudämmen. Der Fahrdienst Uber hat eine ähnliche Idee.

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          Der Online-Versandhändler Amazon will in Zukunft Privatpersonen als Boten einsetzen, um die steigenden Lieferkosten zu senken. Einem Zeitungsbericht des „Wall Street Journal“ zufolge arbeitet der Konzern an einer App, die solche Dienstleistungen koordinieren soll, wie die Zeitung am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet.

          So könnten Gelegenheitsboten etwa auf ihrem Arbeitsweg Pakete an Amazon-Kunden ausliefern. Ziel sei es, bei einem Teil der Zusendungen auf gewerbliche Paketdienste zu verzichten. Dem Blatt zufolge blieb zunächst unklar, wann das intern unter dem Namen „On my way“ (“Auf meinem Weg“) eingeführte Angebot an den Start gehen soll. Im vergangenen Jahr waren die Lieferkosten von Amazon um fast ein Drittel in die Höhe geschnellt und damit stärker als der Umsatz gestiegen. Der amerikanische Konzern war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

          Auch Uber will nebenbei ein Lieferdienst sein

          Mit dem Vorstoß in Richtung privater Lieferdienste ist Amazon nicht allein. Auch der Fahrdienst Uber möchte in das Geschäft mit Lieferungen durch Privatpersonen vorstoßen. Doch das Startup tut sich laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ schwer. So habe Uber zwar mit Apple und der Kaffeehaus-Kette Starbucks verhandelt, um Einkäufe ihrer Kunden auszuliefern. Den Zuschlag bekam aber in beiden Fällen das kleinere Startup Postmates aus San Francisco. Auch Gespräche mit den Essensbestelldiensten hätten Uber bisher keinen Deal gebracht, hieß es unter Berufung auf informierte Personen am Dienstag.

          Doch Uber wird zugetraut, sein System auch auf den Transport von Waren auszuweiten und damit zu einer neuen Kraft in der Logistik-Branche zu werden. Damit dürfte auch die Bewertung von gut 40 Milliarden Dollar zusammenhängen, zu der Uber zuletzt Geld von Investoren bekam. Das Startup sammelte bereits Milliarden ein.

          Uber hat bereits ein riesiges Netzwerk mit mehr als 200.000 aktiven Fahrern, die nebenbei als Kuriere agieren könnten. Uber-Manager Jason Droege erklärte dem Blatt, die Firma halte an Plänen für Lieferdienste fest. Uber habe bisher unter anderem mit der Zustellung von Sushi in Barcelona, Designer-Anzügen in Manhattan und Kondomen in Washington experimentiert.

          Neben Amazon und Uber probieren auch andere große Internet-Konzerne wie Google, Amazon oder Ebay verschiedene Arten von Liefer-Services aus.

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