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Jeff Bezos : Der Amazon-Chef verteidigt seine Pleiten

  • Aktualisiert am

Jeff Bezos verteidigt seine auch auf Verlusten basierende Strategie. Bild: Reuters

Amazons Anleger sind die Verluste leid. Konzernchef Bezos verteidigt dagegen seine „milliardenschweren Fehler“. Sie sind der Preis für „kühne“ Experimente, sagt er.

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          Nach den letzten Quartalszahlen Ende Oktober hatten viele Anleger die Nase von Amazon voll: Sie stießen ihre Anteile ab, der Aktienkurs des Online-Händlers stürzte infolgedessen um zehn Prozent ab. Grund für die heftige Reaktion war, dass der Konzern wieder einen Verlust auswies, wie zuvor schon mehrfach: diesmal schrieb er 437 Millionen Dollar rote Zahlen und wagte nicht einmal eine brauchbare Prognose für das Weihnachtsgeschäft. Eine Millionen-Abschreibung  auf das erst im Sommer herausgekommene und ziemlich gefloppte Fire Phone-Handy war einer der Gründe für den Verlust.

          Amazon-Chef Jeff Bezos hat nun abermals seine Geschäftsstrategie verteidigt und dabei auch milliardenschwere Fehler unter seiner Führung eingeräumt. Dies sei aber der Preis für „kühne“ Experimente, die auch zu großen Erfolgen führten, sagte er in New York: „Ich habe Milliarden Dollar bei Amazon in den Sand gesetzt. Aber mein Job ist es, die Leute zu ermuntern, kühn zu sein. Und wenn du kühne Wetten eingehst, führt das zu Experimenten. Experimente tragen das Scheitern schon in sich.“

          „Ich möchte Millionen im Weltraum arbeiten sehen“

          Allerdings machten ein paar große Erfolge „Dutzende und Dutzende von Sachen wett, die nicht funktioniert haben“. Über das Fire Phone sagte Bezos, es sei noch zu früh für ein abschließendes Urteil. „Manche Dinge brauchen Wiederholungen.“

          Fest überzeugt zeigte sich Bezos auch davon, dass Amazon profitabel sein könne. Das habe das Unternehmen bereits in der Vergangenheit gezeigt, sagte er. Amazon sei „eine Ansammlung mehrerer Unternehmen und Initiativen“, einige seien profitabel, andere suchten noch nach ihrem Weg. Das erkläre auch die Schwankungen des Börsenkurses. Seit dem Rekordhoch von 407,50 Euro im Januar ist er um 20 Prozent gefallen.

          Amazon sei ein großer Konzern, „aber in vielerlei Hinsicht sind wir auch ein Start-up“. Zu den neuen Initiativen gehört etwa die Idee, Post und Pakete per Drohnen auszuliefern. Hier gebe es nicht technologische, sondern regulatorische Hindernisse. Er persönlich investiere in Weltraum-Projekte, verriet Bezos: „Ich möchte Millionen von Leuten im Weltraum leben und arbeiten sehen.“

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