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Alphabet : Googles Buchstabensuppe

  • -Aktualisiert am

Google zementiert mit dem Umbau seinen Anspruch, viel mehr zu sein als seine namensgebende Suchmaschine. Das hat auch mit Warren Buffett zu tun. Und der Mission des Konzerns.

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          Mit den Worten „G steht für Google“ hat der amerikanische Internetgigant einen Umbau angekündigt, der eine neue Konzern-Holdinggesellschaft mit dem Namen „Alphabet“ entstehen lassen soll. Der Schritt könnte sich als Zäsur in der Geschichte des 1998 gegründeten Unternehmens herausstellen. Ebenso wie das G nur einer von 26 Buchstaben ist, wird auch Google künftig nur eines von vielen Geschäften des Alphabet-Konzerns sein, wenn auch auf absehbare Zeit das mit Abstand wichtigste und lukrativste.

          Google zementiert mit dem Umbau seinen Anspruch, viel mehr zu sein als seine namensgebende Suchmaschine und eine Ansammlung anderer Internetdienste. Von nun an definiert sich das Unternehmen als ein Konglomerat, wie es zum Beispiel auch Berkshire Hathaway ist, die verzweigte Holding des legendären Investors Warren Buffett.

          Ein Stück weit hat dieser Umbau den Charakter einer Formalie. In der Konzernstruktur wird verankert, was Google seit geraumer Zeit tut, nämlich seine Fühler in viele Richtungen auszustrecken. Zum Geschäft gehören heute selbstfahrende Autos, eine Robotersparte und sogar ein Gesundheitsunternehmen, das sich vornimmt, das Leben der Menschen zu verlängern.

          Der Umbau lässt nun separate Sparten für die abseitigeren Aktivitäten entstehen, sie werden transparenter. Künftig dürfte es mehr Aufschluss darüber geben, wie einträglich das traditionelle Kerngeschäft von Google ist und was die Vorstöße auf andere Gebiete kosten.

          Aber es geht um viel mehr als Transparenz. Die neue Struktur ist Ausdruck eines Wandels im Selbstverständnis von Google. Ungeachtet zuletzt versprochener verstärkter Kostendisziplin hat der Konzern keineswegs die Absicht, auf die „Moonshots“ zu verzichten, also auf besonders ambitionierte Projekte. Diese Vorhaben bekommen durch den Umbau ein größeres Gewicht, auch wenn sie finanziell weiter am Tropf des Stammgeschäfts hängen.

          Die einstige Mission von Google, „die Informationen der Welt zu organisieren“, greift schon heute viel zu kurz. Insofern ist der Umbau konsequent. Ob es die richtige Strategie ist, ist eine andere Frage. Konzerne wie General Electric gehen gerade den umgekehrten Weg und konzentrieren sich auf weniger Geschäfte. Google nimmt die Gefahr in Kauf, sich zu verzetteln. Schon heute fehlt dem Sammelsurium der Google-Aktivitäten eine klare Linie. Das wird womöglich in der Buchstabensuppe des künftigen Alphabet-Konzerns erst recht so sein.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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