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Kommentar : Wie krank machen Smartphones?

Junge Leute am Union Square in New York Bild: dpa

Lehrer nehmen Apple aufs Korn: Die Handys des Konzerns würden Jugendlichen schaden. Wenn sie da mal nicht übers Ziel hinausschießen.

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          Machen Smartphones süchtig? Macht Geklicke geisteskrank? Wer alarmistische Studien zu neuen Techniken liest, kann schnell auf solche Gedanken kommen. Wer seit Jahren damit beschäftigt ist, inmitten von Teenager-Trends klassische Bildung hochzuhalten, der sorgt sich vielleicht mehr vor der neuen Technik – das könnte auf manchen Lehrer zutreffen. Vielleicht ist es nur natürlich, dass ausgerechnet der Pensionsfonds kalifornischer Lehrer jetzt Apple mit dazu auffordert, junge Leute von Smartphones ferner zu halten.

          Wahr ist: Wo eine neue Mode aufkommt, läuft nicht von Anfang an alles rund. Erst mit der Zeit lernt man, das Neue richtig zu nutzen. Als die ersten Eisenbahnen aufkamen, gab es schreckliche Zugunglücke. Als Goethe seinen „Werther“ veröffentlichte, steigerte er vielleicht die Suizidrate – es ist umstritten. Natürlich haben auch Technik-Konzerne ihre Produkte bewusst so gestaltet, dass sie möglichst häufig benutzt werden, also zur Übertreibung verführen.

          Apple bricht kein Akku aus der Hülle, wenn der Konzern die Folgen der Handynutzung besser erforscht. Auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg kündigt an, sich mehr Gedanken über die Folgen seiner Technik zu machen. Doch selbst wenn sie das nicht täten, hätten ihre Produkte immer noch einen Nutzen. Der wiegt meist schwerer als die Gefahr. Das sehen Wissenschaftler inzwischen sogar für deutsche Klassenzimmer so.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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