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Bergbau : Ziemlich beste Weltraumfreunde

Blick vom am 24.12.1968 aus der Sicht der Apollo 8 Mission Bild: dpa

Luxemburg will mit den Vereinigten Staaten das Schürfen im All regeln. Derzeit ist das juristisch heikel, doch die Aussichten sind verlockend.

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          „Luxemburg nimmt mehr Raum im Weltall ein als auf der Erde“, scherzte der Wirtschaftsminister des Großherzogtums, Etienne Schneider, am Freitag. Kontraste laden eben zu Komik ein – neben Schneider saß der Wirtschaftsminister der Vereinigten Staaten, Wilbur Ross. Das ungewöhnliche Paar verkündete eine engere Zusammenarbeit in Raumfahrtangelegenheiten, ausdrücklich mit Blick auf dort schlummernde Ressourcen. Er erwarte Wachstum auf bestehenden Gebieten der Weltraumdienste wie etwa der Erdbeobachtung durch Satelliten, aber auch bei neuen Anwendungen wie dem Bergbau auf Asteroiden, der Weltraumfertigung und Weltalltourismus.

          Hendrik Wieduwilt

          Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.

          Die unterzeichnete Absichtserklärung soll eine Plattform für wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen vieler Bereiche der Aktivitäten im All bilden. Es ist mehr als eine Randnotiz internationaler Wirtschaftskooperation: Die beiden Länder eint eine Besonderheit. Anders als andere Staaten haben Luxemburg und die Vereinigten Staaten Gesetze verabschiedet, die schon jetzt die Eigentumsverhältnisse an Ressourcen regeln, die dereinst im Weltall abgebaut werden. In Deutschland arbeitet das Wirtschaftsministerium an Eckpunkten für ein Weltraumgesetz, eine Eigentumsregelung ist derzeit nicht geplant.

          Noch lohnt der Abbau im All wirtschaftlich nicht, aber künftig könnte es etwa darum gehen, seltene Erden oder Material für Raketenantriebe (Wasser) im All abzubauen. Derzeit ist das juristisch heikel: Die zwei wesentlichen internationalen Abkommen, der Weltraum- und der Mondvertrag, treffen keine eindeutige Regelung, manche Völkerrechtler halten weiterreichende Gesetze für rechtswidrig. Luxemburg marschierte innerhalb Europas mit seinem Gesetz voran. Es sei schwer gewesen, in den letzten zwei Jahren Menschen davon zu überzeugen, dass das kleine Luxemburg zum Spitzenreiter werden sollte, sagte Schneider, aber es gehe um „langfristige Visionen“. Das Land bestreite schon 2 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes mit der Raumfahrt – mehr als jedes andere Land in Europa.

          „Die Luxemburger suchen nach Partnern“

          Luxemburg lockt Investoren mit vielen Mitteln: Neben der attraktiven Eigentumsregelung auch durch Steuervergünstigungen und gute Bedingungen für Risikokapitalgeber – 20 Unternehmen haben sich dort schon niedergelassen. Nun winkt die Partnerschaft mit Amerika: Investoren könnten von Unterschieden in der amerikanischen und luxemburgischen Rechtsordnung profitieren, wirbt Schneider. In den Vereinigten Staaten müsste eine Gesellschaft mehrheitlich amerikanisch sein, damit abgebaute Ressourcen der amerikanischen Rechtsordnung unterfielen, denn diese Hürde gebe es in Luxemburgs Variante des Gesetzes nicht.

          „Die Luxemburger suchen nach Partnern“, sagte der Raumfahrtkoordinator der Bundesregierung, Thomas Jarzombek (CDU). Die Idee einer gemeinsamen Politik stellen die Weltraumpolitiker des Herzogtums demnach auch in Deutschland vor – zunächst aber wird nun mit den Amerikanern kooperiert. Die neue Partnerschaft der ungleichen Staaten erhöht den Druck: „Wir müssen den Prozess beschleunigen und brauchen eine internationale Lösung“, sagte Jarzombek. Ein verlässlicher Rahmen sei wichtig, um Anreize für private Investitionen zu schaffen.

          Der Politiker nimmt in den Abstimmungsgremien der Vereinten Nationen derzeit klassische Prioritäten wahr: Dort gehe es etwa um Koordinierung, wenn bei Katastrophen durch Satelliten verschiedener Nationen nach freien Straßen gesucht wird. Jarzombek mahnt zur Eile, auch wenn der Ressourcenabbau noch eine Weile auf sich warten lässt. „Man weiß schließlich nicht, ob es in 10 oder 15 Jahren zu technologischen Prozessen kommt, die die Sache beschleunigen“, warnte er, „die Prozesse der UN laufen langsam“. Ein Wettbewerb der Staaten um die niedrigsten regulatorischen Hürden sei nicht sinnvoll.

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